Jugend forscht: Zwei Projekte aus dem Jugendforschungszentrum Heilbronn qualifizieren sich fürs Bundesfinale

Von Redaktion, Fotos: experimenta

Veganer Käse und eine Präzisionspinzette für Tüftler: Beim 61. Landeswettbewerb Jugend forscht in Aalen haben sich elf Projekte aus Baden-Württemberg für das Bundesfinale qualifiziert. Zwei erste Plätze gehen an das Jugendforschungszentrum Heilbronn. Die experimenta gehört zu den Pateninstitutionen des Wettbewerbs.

Wie schmeckt Käse, der nicht aus Milch gemacht ist? Timea Probost vom Jugendforschungszentrum Heilbronn will das herausfinden. Die 19-Jährige forscht an veganen Käsealternativen, die es in Sachen Cremigkeit, Schmelzverhalten und Proteingehalt mit dem Original aufnehmen können. Sie hat verschiedene pflanzenbasierte Rezepturen entwickelt, experimentell verglichen und analysiert. Langfristig soll daraus ein gutschmeckender, nachhaltiger Käseersatz entstehen. In Aalen holte sie sich damit den ersten Platz im Fachgebiet Chemie.

Zwei erste Plätze für Heilbronn

Auch Julian Scharnowski vom Jugendforschungszentrum Heilbronn überzeugte die Jury. Der 20-Jährige konstruierte eine vakuumgestützte, kostengünstige Präzisionspinzette für den Maker-, Hobby- und Prototypenbereich. Mit seiner Pinzette lassen sich Platinen einfach und fehlerfrei bestücken. Dafür erhielt er den ersten Platz im Fachgebiet Technik.

Beide Projekte haben sich für das Bundesfinale qualifiziert, das vom 28. bis 31. Mai in Herzogenaurach stattfindet. Insgesamt traten beim 61. Landeswettbewerb 61 Projekte in sieben Fachgebieten an, elf davon schafften den Sprung ins Bundesfinale.

Von Lungenkrebs-Erkennung bis Unkrautvernichtung per Laser

Die Bandbreite der Projekte ist beachtlich. »Die Projekte spiegeln eine enorme Bandbreite wider. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Jugendlichen aktuelle Herausforderungen aufgreifen und erstaunliche Lösungen dafür entwickeln«, sagte Landeswettbewerbsleiter Heiko Stangl laut einer Mitteilung der experimenta.

Marah Stehle und Dennis Schneider, 1. Platz im Fachgebiet Biologie

So entwickelte Alois Bachmann aus Heidelberg ein KI-Modell, das aus gesundem Gewebe lernt und Auffälligkeiten in krankem Gewebe sichtbar macht, um Lungenkrebs zu erkennen. Noah Schittenhelm und Maximilian Scheible aus Überlingen bauten einen mobilen Roboter, der Unkraut per KI in Echtzeit erkennt und gezielt mit einem Laser abtötet. Dennis Schneider und Marah Stehle aus Ravensburg entwickelten ein torffreies Kultursubstrat aus regionalen Reststoffen wie Holzfasern und Grünkompost, das in Versuchen vergleichbare Ergebnisse wie torfhaltige Substrate erzielte.

experimenta als Pateninstitution

Austragungsort des Landeswettbewerbs war die Hochschule Aalen. Zu den Pateninstitutionen gehört neben der Hochschule und dem Landesverband für naturwissenschaftlich-technische Jugendbildung auch das Science Center experimenta in Heilbronn. Der letzte Wettbewerbstag am 27. März stand mit einer Projektausstellung und einer öffentlichen Feierstunde ganz im Zeichen der Nachwuchsforschung. Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft würdigten die Leistungen der jungen Forscherinnen und Forscher.

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