TUM School of Management-Konferenz „From Lab2Launch – Unleashing Academic Startups“ verabschiedet die Heilbronner Erklärung und gründet das Science Entrepreneurship Network (SEN), um wissenschaftsbasierte Ausgründungen und den Technologietransfer nachhaltig zu stärken.
Rund 60 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Startup-Ökosystem diskutierten auf der Konferenz „From Lab2Launch – Unleashing Academic Startups“ am TUM Campus Heilbronn darüber, wie sich akademisches Unternehmertum in Deutschland und Europa stärken lässt. Die Gäste kamen dabei von zahlreichen renommierten nationalen und internationalen Hochschulen, darunter die TUM, die LMU München, die RWTH Aachen, die Stanford University, das Massachusetts Institute of Technology (MIT), das Imperial College London sowie die University of Cambridge.
Potential entfalten durch konkrete Maßnahmen
Zwei konkrete Ergebnisse standen am Ende des Tages im Mittelpunkt: die Verabschiedung der Heilbronner Erklärung und die Gründung des Science Entrepreneurship Network (SEN).
Wie kann mehr wissenschaftliche Forschung den Weg in erfolgreiche Ausgründungen finden? Welche Rahmenbedingungen brauchen Forschende, um unternehmerisch tätig zu werden? Diese Fragen standen im Zentrum der Konferenz „From Lab2Launch – Unleashing Academic Startups“, zu der Vertreterinnen und Vertreter führender deutscher und internationaler Hochschulen sowie aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und der Startup-Szene auf den TUM Campus Heilbronn gekommen waren.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Lehrstuhl für Strategie und Organisation der TUM School of Management unter der Leitung von Prof. Isabell Welpe und Prof. Theresa Treffers. Ausgangspunkt der Diskussionen war die Erkenntnis, dass Deutschland und Europa ihr Potenzial bei wissenschaftsbasierten Ausgründungen bislang nicht ausschöpfen. Internationale Vergleiche zeigen, dass insbesondere im Bereich Deep Tech deutlich mehr Gründungen aus der Forschung entstehen könnten.
Heilbronner Erklärung formuliert konkrete Reformvorschläge
Ein zentrales Ergebnis der Konferenz ist die Heilbronner Erklärung, die während des Veranstaltungstags gemeinsam mit den Teilnehmenden erarbeitet und verabschiedet wurde. Sie richtet sich an Hochschulen, Politik und Gesetzgeber und formuliert drei konkrete Vorschläge, um akademisches Unternehmertum strukturell zu stärken:
- Wissens- und Technologietransfer soll als freiwillige Dienstaufgabe neben Forschung und Lehre anerkannt werden.
- Das Dienstrecht soll so weiterentwickelt werden, dass Forschende institutionell unterstützt gründen können.
- Forschungsbasierte Gründungen und unternehmerische Führungsverantwortung sollen als Beitrag zum öffentlichen Interesse und nicht als private Nebentätigkeit bewertet werden.
Bereits kurz nach der Veröffentlichung wurde die Heilbronner Erklärung von mehr als 40 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Praxis unterzeichnet.
Neues Netzwerk verbindet Wissenschaft, Politik und Praxis
Mit der Gründung des Science Entrepreneurship Network (SEN) erhielt die Konferenz zugleich eine langfristige Perspektive. Das international ausgerichtete Netzwerk versteht sich als „Do Tank“, der Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, öffentliche Verwaltung und dem Startup-Ökosystem dauerhaft miteinander vernetzen möchte.
Ziel des SEN ist es, den Austausch zwischen Forschenden, Gründerinnen und Gründern, Investorinnen und Investoren, Hochschulen sowie politischen Entscheidungsträgern zu fördern, Wissen über Technologietransfer und Hochschulregularien zu bündeln und den Weg wissenschaftlicher Erkenntnisse in erfolgreiche Ausgründungen zu erleichtern. Darüber hinaus sollen Mentoring-Angebote, Peer-Learning und internationale Kooperationen den Aufbau eines starken europäischen Netzwerks für akademisches Unternehmertum unterstützen.