Wirtschaft spielen: 48 Stunden für die perfekte Lösung

Von Redaktion, Foto: TUM Campus Heilbronn

Beim ersten TUM Business Game in Heilbronn pitchten Studierende um die Wette – mit echten Aufgaben von Schwarz Gruppe, SAP und networX

Zwei Tage, drei Unternehmen, unzählige Ideen: Ende Oktober fand das erste TUM Business Game auf dem Campus Heilbronn statt. Die Spielregeln waren simpel und brutal zugleich – in kürzester Zeit mussten Studierenden-Teams Lösungen für reale Unternehmensherausforderungen entwickeln.

Was 2016 von Studierenden der TUM School of Management ins Leben gerufen wurde, hat nun den Weg nach Heilbronn gefunden. Mit dabei: die Schwarz Gruppe, SAP und networX. Die Aufgaben, die sie mitbrachten, waren keine Fingerübungen. „Unter anderem galt es ein innovatives und nachhaltiges Konzept für ein gesundheitsförderndes Produkt oder eine Dienstleistung zu entwickeln“, heißt es in der Mitteilung der TUM.

Der Zeitdruck als Katalysator

Am ersten Tag: Einführung in die Regeln, abends Gespräche mit den Unternehmensvertretern. Am zweiten Tag dann der Sprint – von der Recherche über Lösungsansätze bis zum finalen Pitch.

„Die Atmosphäre hat alle dazu gebracht, schnell zu denken und unter Druck zusammenzuarbeiten“, wird Ansh Suraj von der Technischen Hochschule Deggendorf in der Mitteilung zitiert. Er war Teil des SAP-Teams, das sich durchsetzte. „Der Sieg war ein unglaubliches Gefühl. Er war der Beweis dafür, dass sich unsere harte Arbeit, Kreativität, Teamarbeit und meine Idee, für jede Herausforderung einen Prototyp zu erstellen, wirklich ausgezahlt haben.“

Die andere Perspektive

Für die Unternehmen geht es um mehr als nur Nachwuchsförderung. Leon Wiesner von der Schwarz Gruppe bringt es auf den Punkt: „Die Studierenden bieten uns eine frische, kreative und unvoreingenommene Perspektive auf unsere geschäftlichen Probleme – etwas, das man leicht aus den Augen verliert, wenn man sich täglich intensiv damit beschäftigt.“

Die Ergebnisse? Wiesner bleibt realistisch: „Angesichts des kurzen Zeitrahmens war es schwierig, tiefer in die Details einzusteigen, sodass ihre Ergebnisse nicht ganz der geschäftlichen Realität entsprachen – aber sie waren definitiv auf dem richtigen Weg.“

Das Format etabliert sich

Das Business Game ist Teil einer größeren Bewegung: Unternehmen öffnen sich für studentische Perspektiven, Hochschulen schaffen Räume für praxisnahe Herausforderungen. In Heilbronn, wo mit dem Bildungscampus, dem IPAI und Initiativen wie KODIS ein dichtes Innovationsökosystem entsteht, passt das Format perfekt ins Bild.

Das nächste Business Game am TUM Campus Heilbronn findet laut TUM-Mitteilung im Laufe des nächsten Jahres statt. Die erste Ausgabe hat gezeigt: Wenn man Studierende unter Zeitdruck mit echten Problemen konfrontiert, entstehen Lösungen, die vielleicht nicht perfekt sind – aber neue Wege aufzeigen. Manchmal ist genau das, was Unternehmen brauchen: den Blick von außen, unbelastet von den Zwängen des Tagesgeschäfts.

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