Urbane Seilbahn in Heilbronn: Gemeinderat gibt Vorplanung frei

Von Redaktion, Foto: Stadt Heilbronn/ Drees&Sommer / UNStudio

Rund 14 Minuten von der Innenstadt zum IPAI: So stellt sich die Stadt Heilbronn die Fahrt mit einer urbanen Seilbahn vor. Der Gemeinderat hat am 27. Juli den Startschuss für die Vorplanung beschlossen. Die geplante Strecke misst etwa 4,9 Kilometer und verbindet sechs Stationen. Sie soll vollständig in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden.

Vierzehn Minuten. So lange soll eine Fahrt vom Kurt-Schumacher-Platz bis zum IPAI Campus künftig dauern. Nicht über die Straße, sondern über den Köpfen der Menschen.

Wie bewegen wir uns künftig durch Heilbronn, und wie kommen wir zum entstehenden KI-Zentrum IPAI? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadt seit einiger Zeit. Eine mögliche Antwort rückt nun näher. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 27. Juli die Vorplanung für eine urbane Seilbahn beschlossen. Grundlage ist eine umfassende Machbarkeitsstudie, die das Verkehrsmittel als geeignete und zukunftsfähige Ergänzung des Nahverkehrs bewertet.

Was die urbane Seilbahn verbinden soll

Die geplante Strecke soll rund 4,9 Kilometer lang sein und sechs Stationen miteinander verbinden. Vorgesehen sind Haltestellen in der Nähe des Hauptbahnhofs am Kurt-Schumacher-Platz, am Bildungscampus, im Zukunftspark Wohlgelegen, in Neckargartach, in der Neckarau sowie am IPAI Campus. Fahrgäste sollen die Seilbahn mit den üblichen Tickets des öffentlichen Nahverkehrs nutzen können.

Oberbürgermeister Harry Mergel sieht darin eine Chance für die Stadt. »Mit der geplanten Seilbahn wollen wir neue Wege in der Mobilität gehen«, sagt er. Als vollständig in den Nahverkehr integrierte urbane Seilbahn wäre sie nach seinen Worten in Deutschland bislang einzigartig. Zugleich verbinde sie die Innenstadt mit dem Bildungscampus, dem Zukunftspark Wohlgelegen, dem Stadtteil Neckargartach, der Neckarau und dem entstehenden Innovation Park Artificial Intelligence. Damit stärke die Stadt Heilbronn als Bildungs-, Innovations- und KI-Standort.

Was die Machbarkeitsstudie ergeben hat

Im Vergleich zu den untersuchten Alternativen stellt die Seilbahn laut Studie eine flächensparende, emissionsarme und leistungsfähige Lösung dar. Sie schaffe neue Verbindungen zwischen wichtigen Zukunftsstandorten und ergänze das bestehende Bus- und Stadtbahnnetz. Genau darin liegt das Argument der Planer: Die Bahn ersetzt nichts, sie kommt hinzu.

Wie es jetzt weitergeht

Mit dem Beschluss beginnt die Vorplanung. In den kommenden Monaten schreibt die Stadt die Planungsleistungen europaweit aus, sowohl für die Seilbahntechnik als auch für Architektur und Verkehrsplanung. Parallel entstehen weitere Fachgutachten. Sie untersuchen unter anderem die technische Umsetzung, die städtebauliche Einbindung, den Verkehr sowie Umweltaspekte. Erst auf Grundlage dieser Ergebnisse fallen die nächsten Entscheidungen.

Eingebunden werden sollen auch die Bürgerinnen und Bürger. Die Stadt informiert nach eigenen Angaben regelmäßig über den Projektfortschritt und bietet Beteiligungsmöglichkeiten an. Weitere Informationen zum Planungsstand und Antworten auf häufige Fragen gibt es unter www.heilbronn.de/seilbahn.

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