Studium generale mit dem Bundesfinanzminister: Christian Lindner an der DHBW Heilbronn

Christian Lindner, Ehrengast des 16. Students‘ Executive Talk, bringt eine geballte Ladung an politischer und finanzpolitischer Erfahrung und Expertise auf die Bühne des Forums am Bildungscampus.

Von DHBW Heilbronn, Foto: DHBW Heilbronn

Wenn die Studierenden der DHBW Heilbronn zum Studium Generale gehen, erwarten sie Vorlesungen der besonderen Art: Ob Reinhold Würth, Uschi Glas, Norbert Haug, Fred Schulze, Herta Däubler-Gmelin oder jetzt Christian Lindner – die Liste der prominenten Namen ist mittlerweile ziemlich lang geworden. Doch mit dem aktuellen Bundesfinanzminister begrüßte Rektorin Prof. Dr. Nicole Graf – dank der Unterstützung der FDP-Abgeordneten Michael Link und Nico Weinmann – einen ganz besonderen Gast. Auf die Frage der Studierenden bei ihrer Begrüßung, wie das möglich sei, antwortet Graf: „Jetzt lernen Sie gleich die erste Lektion des heutigen Abends: durch das richtige Netzwerken. Und das ist etwas, was Sie hier in Ihren drei Jahren Studium auf jeden Fall mitnehmen werden.“ 

Keine Berührungsängste

Lindner steigt ohne große Vorreden direkt ins Programm ein. Ohne Berührungsängste bewegt er sich zwischen den Reihen der Studierenden, hat auch am Schluss Zeit für Selfies. „Lange Reden von mir gibt es auf YouTube“, sagt er lächelnd und fasst – dann wieder ernster – die aktuelle politische Lage in drei Kernaussagen zusammen. Mit Sorge beobachte er in den sozialen Medien, dass Kritik an der israelischen Regierung in plumpen Antisemitismus umschlage. „Diese Art von Streit- und Diskussionskultur stellt mittlerweile unsere innere Liberalität infrage. Ob Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus – schweigen Sie nicht, widersprechen Sie“, ruft er auf.

Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen

Doch nicht nur außenpolitische Konflikte verlagern sich auf das Territorium Deutschlands. Auch andere Entwicklungen sorgen für neue Herausforderungen: der globale Klimawandel und die neue Arbeitswelt, der Sozialstaat und die deutsche Wirtschaft. Für Lindner ist der Schutz der Klimas eine der Überlebensfragen der Menschheit. Er setzt Vertrauen in die Innovationskraft und technischen Neuerungen der deutschen Wirtschaft und auch das Potential der Studierenden. „Werden Sie die neue erste Generation!“, fordert er auf. Gleichzeitig hinterfragt er den gesellschaftlichen Wandel und bekennt sich zur Leistungsgesellschaft. Nur durch starke Leistungen sei es möglich, den hohen Lebensstandard zu halten und den Sozialstaat zu unterstützen. Es gilt, Talente auszuschöpfen und dadurch dringend benötigte neue Fortschritte in der Forschung zu erzielen.

Diskussion im voll gefüllten Saal

Die Fragen der Studierenden deckten eine breite Palette von Themen ab. Ob neue EU-Verordnungen für private Handelsplätze, der Fachkräftemangel in der Wirtschaft oder die Mittel für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung – schon die ersten Semester der DHBW zeigten reges politisches Interesse. Natürlich spielte auch die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten eine Rolle: Im Konflikt zwischen Israel und Palästina stellte sich Lindner klar gegen die Terrorakte der Hamas: „Politische Fehlentscheidungen sind keine Entschuldigung für brutalen Terror.“

Am Schluss der Veranstaltung nimmt der Vorsitzende der Freien Demokratischen Partei Heilbronner Geschenke von Rektorin Graf entgegen: eine Käthchen-Figur und den hauseigenen baden-württembergischen Bildungsschampus.