Von Redaktion, Fotos: Stadt Heilbronn/Karlheinz Braun, Kartengrundlage: Stadt Heilbronn/Vermessungs- und Katasteramt
Die Stadt Heilbronn plant zwei neue Radwege zum IPAI. Sie sollen den KI-Innovationspark nördlich von Neckargartach sicher und direkt ans städtische Netz anbinden. Der Gemeinderat hat die Entwurfsplanung am 21. Mai genehmigt. Künftig soll jede vierte Fahrt zum Standort mit dem Rad erfolgen.
Jede vierte Fahrt zum IPAI soll künftig auf zwei Rädern stattfinden. Das ist das erklärte Ziel der Stadt Heilbronn. Damit es gelingt, plant sie zwei neue Radverbindungen zum KI-Innovationspark nördlich von Heilbronn-Neckargartach. In seiner Sitzung am 21. Mai gab der Gemeinderat grünes Licht. Er genehmigte die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung für das Radwegenetz »Heilbronn Nord«.

Radwege zum IPAI: zwei Trassen ab dem Neckar
Beide Verbindungen beginnen am Neckarradweg. Dieser wird künftig Teil der Radschnellverbindung RS 3 zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn. Vom Neckar aus führen die Trassen durch bestehende Unterführungen unter der Neckartalstraße hindurch. Die Nordtrasse bindet den IPAI von Nordwesten an, die Südtrasse von Südwesten.
Ausbau nach Landesstandard
Die Wege verlaufen überwiegend auf bestehenden Strecken. Diese baut die Stadt nach den »Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg« aus. Das bedeutet breite Radwege, möglichst direkte Linienführung und sichere, übersichtliche Kreuzungen. So sollen Fahrkomfort und Verkehrssicherheit zugleich steigen.

Die neuen Verbindungen stehen nicht für sich allein. Sie ergänzen bestehende und geplante Routen. Dazu zählen die Radroute Nord zwischen Heilbronn, Böckingen, Neckargartach und Biberach/Kirchhausen, außerdem der Neckarradweg und die künftige RS 3. Davon profitieren auch der Industriepark Böllinger Höfe, der Stadtteil Biberach sowie die Verbindungen nach Neckarsulm und in die umliegenden Gemeinden.
Was der Ausbau kostet
Günstig ist das Vorhaben nicht. Die rund 1,2 Kilometer lange Südtrasse schlägt nach aktueller Berechnung mit etwa 2,3 Millionen Euro zu Buche. Für die etwa gleich lange Nordtrasse rechnet die Stadt mit rund 3,1 Millionen Euro. Rund 35 Prozent der Kosten trägt voraussichtlich die Stadt Heilbronn selbst. Den Rest soll das Förderprogramm Rad- und Fußverkehr nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz decken.
Ein Park für 5000 Menschen
Der Aufwand hat einen Grund. Mit dem IPAI entsteht in Heilbronn nach Darstellung der Stadt eines der bedeutendsten KI-Projekte Europas. Perspektivisch sollen dort rund 5000 Menschen arbeiten. Entsprechend viel Verkehr wird der Standort erzeugen, und etwa jede vierte Fahrt soll dabei auf das Rad entfallen.
Das Rad ist dabei nur ein Baustein. Ergänzend plant die Stadt eine Seilbahn als nachhaltiges Verkehrsmittel sowie eine Anbindung an das Busnetz. Den motorisierten Verkehr wiederum soll die Nordumfahrung ans Hauptstraßennetz führen. So entsteht rund um den Innovationspark Schritt für Schritt ein eigenes Mobilitätskonzept.