Von Redaktion, Fotos: Stadt Heilbronn
50 Jahre nach den ersten Planungen hat die Stadt Heilbronn den Bau der Nordumfahrung gestartet. Das 57-Millionen-Euro-Projekt soll die Stadtteile Neckargartach und Frankenbach entlasten, den Industriepark Böllinger Höfe besser anbinden und die verkehrliche Erschließung des IPAI Campus sichern.
Manche Projekte brauchen einen langen Atem. Die Planungen für die Nordumfahrung reichen bis ins Jahr 1976 zurück. Jetzt, ein halbes Jahrhundert später, haben am 26. März die Bagger losgelegt. Mit einem offiziellen Spatenstich startete die Stadt Heilbronn den Bau eines Infrastrukturprojekts, das weit über den Straßenbau hinaus Bedeutung hat. Denn die Nordumfahrung ist auch der Schlüssel zur verkehrlichen Erschließung des KI-Innovationsparks IPAI.

Erster Bauabschnitt bis zu den Böllinger Höfen
Der erste Bauabschnitt umfasst rund 1,5 Kilometer Straße von der Neckartalstraße bis zur Alexander-Baumann-Straße in den Böllinger Höfen. Dort sind rund 160 Unternehmen ansässig. Zusätzlich wird ab Herbst die Neckartalstraße (L 1100) zwischen der Neckargartacher Brücke und der Anschlussstelle Untereisesheim an der A 6 vierspurig ausgebaut. Der Abschnitt gilt bereits heute als stark belastet.
Oberbürgermeister Harry Mergel betonte bei dem Termin die Tragweite des Vorhabens: »Die Nordumfahrung ist weit mehr als ein Straßenbauprojekt. Sie ist ein Schlüssel für die Zukunft Heilbronns, für bessere Mobilität, für eine starke Wirtschaft und für lebenswerte Stadtteile.«
Land beteiligt sich mit zweistelligem Millionenbetrag
Das Gesamtprojekt umfasst ein Investitionsvolumen von rund 57 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit einem zweistelligen Millionenbetrag, der sowohl in die Förderung der kommunalen Nordumfahrung als auch in die vollständige Finanzierung des Ausbaus der Landesstraße fließt. Ministerialdirektor Berthold Frieß ordnete das Projekt als Teil des Mobilitätspaktes Heilbronn ein, in dem Politik, Verwaltung und Wirtschaft zusammenarbeiten. »Besonders deutlich wirkt sich das für die Menschen in Neckargartach und Frankenbach aus«, so Frieß laut einer Mitteilung der Stadt.
Auch Regierungspräsidentin Susanne Bay unterstrich die regionale Bedeutung. Der Neubau stehe für eine vorausschauende Infrastrukturpolitik, die Menschen vor Ort entlaste, die Anbindung an überregionale Verkehrsachsen stärke und damit Voraussetzungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region schaffe, so Bay.
IPAI-Anbindung bis 2027 geplant
Bis 2027 soll die verkehrliche Anbindung zum IPAI Campus von Westen her sichergestellt sein. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts sowie des Ausbaus der Neckartalstraße ist ein Jahr später geplant. Neben dem Straßenbau sind auch ökologische Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, darunter die Neuanlage von Streuobstwiesen, zusätzliche Pflanzungen und die Schaffung neuer Lebensräume für Tiere.
Auch bei der Mobilität wird mitgedacht: Der Radschnellweg RS 3 entlang des Neckars soll eine Anbindung an das IPAI erhalten. Perspektivisch ist zudem eine Seilbahnverbindung von der Innenstadt zum IPAI vorgesehen. Während der Bauzeit kann es zu Einschränkungen für Anlieger und Pendlerinnen und Pendler kommen. Die Stadt und alle Projektbeteiligten bitten dafür um Verständnis.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.heilbronn.de/nordumfahrung.