MS experimenta: Auf großer Fahrt durch vier Bundesländer

Von Redaktion, Fotos:  experimenta

Vom 10. Juni bis zum 4. November läuft die MS experimenta Tour 2026. Das Schiff des Heilbronner Science Centers steuert 20 Orte in vier Bundesländern an und bringt Mitmachstationen, Workshops und Filme ans Ufer. Der Eintritt kostet zwei Euro. Ein Halt führt sogar zurück in die Heimatstadt.

Die meisten Museen warten, bis das Publikum zu ihnen kommt. Die experimenta in Heilbronn dreht dieses Prinzip um. Denn ein Teil ihrer Ausstellung geht regelmäßig aufs Wasser. Vom 10. Juni bis zum 4. November ist die MS experimenta wieder unterwegs, und sie steuert dabei 20 Orte an.

Die MS experimenta Tour 2026 führt durch vier Bundesländer

Die Reise verläuft entlang von Neckar und Rhein. Den Schwerpunkt bilden Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, denn hier legt das Schiff an insgesamt 15 Stationen an. Den Auftakt macht Speyer vom 10. bis 14. Juni. Danach folgt das hessische Hirschhorn. Weitere Halte gibt es unter anderem in Stuttgart, Oberesslingen und Lauffen am Neckar.

Im September wechselt das Schiff auf den Rhein und erreicht Nordrhein-Westfalen. Dort liegt es zunächst in Bonn vor Anker, danach folgen Monheim, Köln und Wesseling. Den Abschluss markiert Mainz, wo Gäste vom 30. Oktober bis 4. November an Bord gehen können.

Zwischenstopp daheim: das KI-Festival

Am 25. und 26. Juli kehrt die MS experimenta in ihre Heimatstadt zurück. Dann ankert sie beim KI-Festival in Heilbronn. Dort dürfen Besucher ausnahmsweise ohne vorherige Buchung an Bord kommen. Zudem erwartet sie ein eigenes Programm mit Workshops und Vorträgen rund um Künstliche Intelligenz.

Auch in Stuttgart trifft das Schiff auf Festivalpublikum. Am Cannstatter Wasen liegt es vom 26. bis 30. Juni in direkter Nachbarschaft zum Kessel Festival und zum Wissenschaftsfestival. An den Festivaltagen in Heilbronn und Stuttgart entfällt die Buchung, sonst bleibt sie Pflicht.

Anfassen erwünscht: was an Bord wartet

Langeweile kommt an Bord kaum auf. Rund 20 Mitmachstationen laden zum Ausprobieren ein. Die Ausstellung teilt sich dabei in zwei Bereiche. Im Teil »Du bist Wissenschaft« erfahren Gäste Verblüffendes über den Menschen, seine Entwicklung und seine Fähigkeiten. Hier geht es um Fragen wie diese: Wie hat sich der moderne Mensch entwickelt? Wie findet Denken statt?

Der zweite Teil heißt »Du schaffst Wissen« und stellt die eigenen Fertigkeiten der Besucher in den Mittelpunkt. Daneben gibt es Workshops zum Basteln und Experimentieren. Dort lernen junge Forscher den Umgang mit Pipette und Reagenzglas, und mit Rotkohlsaft bestimmen sie den Säuregehalt einer Flüssigkeit.

Kino im Kleinformat: der Mini Dome

Ein Höhepunkt ist der Mini Dome. Die aufblasbare 360-Grad-Projektionskuppel zeigt Filme und gibt einen ersten Eindruck vom großen Science Dome in Heilbronn. Dieser bietet dank drehbarem Zuschauerraum und einer 726 Quadratmeter großen Kuppel ein besonderes Filmerlebnis.

Termine, Tickets, Zielgruppe

Das Angebot richtet sich vor allem an Familien mit Kindern zwischen vier und zwölf Jahren. Geöffnet ist das Schiff täglich von 10 bis 12 Uhr. Hinzu kommen nachmittags zwei Zeitfenster von 13 bis 15 und von 15 bis 17 Uhr. An Schultagen bleibt der Vormittag den Schulklassen vorbehalten. Der Eintritt kostet zwei Euro pro Person. Vorab ist eine Buchung über www.ms-experimenta.science nötig, außer an den Festivaltagen in Heilbronn und Stuttgart.

Botschafterin seit 2018

Die MS experimenta ist kein neues Projekt. Seit 2018 fährt sie als Botschafterin der experimenta durchs Land. Das Heilbronner Haus gilt als größtes Science Center Deutschlands. Anfangs diente das Schiff vor allem Schulklassen als Ausweichquartier, während die neue experimenta in Heilbronn entstand. Bei der Bundesgartenschau 2019 staunten dann 140.000 Besucher und 3.000 Schüler an Bord. Seither geht das Schiff jedes Jahr auf Tour und hielt in fünf Jahren an mehr als 80 Stationen.

Auch beim Antrieb setzt das Science Center ein Zeichen. Seit 2025 fährt die MS experimenta mit dem Kraftstoff HVO100. Dieser besteht vollständig aus Abfallfetten wie gebrauchtem Speiseöl und aus Resten der Pflanzenölverarbeitung. Dadurch sinken die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent, und der Feinstaubausstoß geht um ein Drittel zurück.

Wer in den kommenden Monaten an Neckar oder Rhein unterwegs ist, sollte also die Augen offen halten. Und wer sich den Anfahrtsweg sparen möchte, wartet einfach auf das Heimspiel im Juli.

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