Kompetenz am Ruder: Neue Studie der TUM Campus Heilbronn beleuchtet die Rolle von Unternehmenseignern

Von Robert Mucha, Foto: TUM

Wie beeinflusst die Kompetenz von Unternehmenseignern den Erfolg ihrer Firmen? Eine neue Studie der TUM Campus Heilbronn, gemeinsam verfasst von Jannis von Nitzsch und Prof. Dr. Miriam Bird, taucht tief in diese Fragestellung ein.

In der Welt des Unternehmertums ist die richtige Steuerung essenziell für den Erfolg. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität München, Campus Heilbronn, beleuchtet die entscheidende Rolle von Unternehmenseignern bei der Führung ihrer Unternehmen zum Erfolg. Der Artikel, betitelt „The Strategic Role of Owners in Firm Growth: Contextualizing Ownership Competence in Private Firms“, wurde kürzlich im renommierten Strategic Entrepreneurship Journal zur Veröffentlichung angenommen und wirft ein neues Licht auf das, was einige Unternehmenseigner erfolgreicher macht als andere.

Das Forschungsteam, bestehend aus dem PhD-Kandidaten Jannis von Nitzsch, Prof. Dr. Miriam Bird von der TUM Heilbronn und Prof. Dr. Ed Saiedi von der BI Norwegian Business School, griff auf eine umfangreiche Datenbank mit über 2.500 eigentümergeführten deutschen Unternehmen zurück, die zwischen 2011 und 2018 aktiv waren. Diese Daten offenbaren nicht nur die vielfältige Landschaft privater Unternehmen, sondern auch die spezifischen Kompetenzen der Unternehmenseigner, die einen bedeutenden Einfluss auf das Wachstum ihrer Firmen haben.

Im Fokus der Studie stehen zwei zentrale Kompetenzbereiche: die Matching-Kompetenz und die Governance-Kompetenz. Die Matching-Kompetenz beschreibt die Fähigkeit des Eigners, Aufgaben richtig zu delegieren, Geschäftsideen auf Kundenbedürfnisse abzustimmen und Betriebsabläufe kreativ neu zu organisieren. Die Governance-Kompetenz hingegen umfasst die Geschicklichkeit des Eigners, eine wirksame Unternehmensführung zu etablieren, bei der seine Interessen mit denen anderer Stakeholder und des Managements harmonieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass beide Kompetenzen, insbesondere in den frühen Jahren eines Unternehmens, wenn standardisierte Prozesse noch nicht etabliert sind, positiv mit dem Firmenwachstum korrelieren. In etablierten Unternehmen spielen diese Kompetenzen eine geringere Rolle. Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Unternehmenseigner, sowohl Matching- als auch Governance-Fähigkeiten zu entwickeln, um nicht nur das Potenzial ihres Unternehmens zu erkennen, sondern auch strategische Pläne erfolgreich umzusetzen.

Darüber hinaus behandelt die Studie die einzigartigen Herausforderungen von Familienunternehmen. In diesen Unternehmen ist der positive Zusammenhang zwischen der Governance-Kompetenz der Eigentümer und dem Firmenwachstum deutlich schwächer. Dies wirft ein Schlaglicht auf die Problematik des Nepotismus, der die effektive Umsetzung von Governance-Systemen behindern kann.

Diese Forschungsergebnisse bieten nicht nur wertvolle Einblicke für Unternehmenseigner, die ihre Betriebe auf Wachstumskurs bringen wollen, sondern auch für die wissenschaftliche Gemeinschaft, die sich mit der strategischen Rolle von Unternehmern auseinandersetzt. Die Studie ist ein Beleg für die zentrale Bedeutung der Eignerkompetenzen und bietet eine klare Wegweisung, wie man diese in der Praxis stärken kann, um den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern.