Von Redaktion, Foto: Ideogram/Robert Mucha
„KI-Kompetenz ist keine Kür mehr, sondern Pflicht“, betont Tatiana Moneth, KI-Referentin der Koordinierungsinstanz Digitale Unterstützungsprozesse, in ihrem aktuellen Blogbeitrag für den KI-Campus. Ein neuer Online-Kurs soll Hochschulverwaltungen beim rechtlich erforderlichen Kompetenzaufbau unterstützen – entwickelt von der KDU.NRW und dem Stifterverband.
Der Zugang zu KI-Tools in der Hochschulverwaltung wächst rapide – doch mit dem Zugang allein ist es nicht getan. „Entscheidend ist der verantwortungsvolle und bewusste Umgang damit“, schreibt Moneth, die als TÜV Rheinland zertifizierte KI-Beraterin mit Hintergrund in Data Science, Medien- und Kulturwissenschaft sowie Projektmanagement technisches Know-how mit strategischem Denken verbindet.
Die Notwendigkeit systematischer KI-Kompetenzen ist klar begründet: Der EU AI Act (Artikel 4) fordert seit dem 2. Februar 2025, dass alle KI-Anbieter und -Betreiber – einschließlich der Hochschulen – sicherstellen müssen, dass ihre Mitarbeitenden über ein „ausreichendes Maß an KI-Kompetenz“ verfügen.
Die Hochschullandschaft zeigt dabei unterschiedliche Herangehensweisen. Nordrhein-Westfalen stellt beispielsweise mit KI:connect.nrw allen öffentlich-rechtlichen Hochschulen sowie den Kunst- und Musikhochschulen einen zentralen, datenschutzkonformen Zugang zu Künstlicher Intelligenz zur Verfügung. Parallel entwickeln viele Hochschulen eigene KI-Lösungen oder setzen auf kommerzielle Angebote.
Die Ausgangssituation variiert stark: Während große Universitäten eigene Stellen für KI-Themen schaffen können, fehlt es kleineren Hochschulen häufig an Ressourcen für Schulungsmaßnahmen oder interne Expertise. Gleichzeitig experimentieren viele Verwaltungsmitarbeitende bereits mit verschiedenen KI-Plattformen – eine Entwicklung, die Moneth in ihrem KI-Campus-Beitrag als „einerseits positiv“ bezeichnet, die aber auch Risiken berge, „insbesondere wenn Datenschutz, Qualitätssicherung oder ethische Aspekte nicht ausreichend berücksichtigt werden.“
Der neue Online-Kurs „KI-Kompetenzen in der Hochschulverwaltung“ setzt genau hier an. Er wurde gemeinsam von der KDU.NRW und dem Stifterverband entwickelt und zielt darauf ab, Verwaltungsmitarbeitende im verantwortungsvollen und zielgerichteten Einsatz von KI-Tools zu stärken. Der Kurs vermittelt sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungen mit Fokus auf den Verwaltungsalltag.
Zu den vermittelten Fähigkeiten gehören die Formulierung präziser Prompts, das kritische Bewerten von KI-generierten Inhalten und der Umgang mit datenschutzrechtlichen Anforderungen. Der Kurs orientiert sich dabei an den Zielen und Grundsätzen des AI Acts, insbesondere im Hinblick auf Aufklärung, Transparenz und verantwortungsvollen KI-Einsatz.
„Künstliche Intelligenz kann Arbeitsprozesse in der Verwaltung effizienter, flexibler und serviceorientierter gestalten“, erklärt Moneth im Blog des KI-Campus. „Routineaufgaben wie das Bearbeiten von Anträgen oder die Beantwortung häufig gestellter Fragen lassen sich teilweise automatisieren. Dies entlastet die Mitarbeitenden und schafft Freiräume für komplexere, wertschöpfende Aufgaben.“
Mit dem Kursangebot soll die Lücke zwischen technischer Verfügbarkeit von KI und qualifiziertem Einsatz geschlossen werden – unabhängig davon, ob an der jeweiligen Hochschule bereits eine institutionelle KI-Strategie existiert oder erste Schritte noch bevorstehen.