Von Redaktion, Foto: Nico Kurth
Michael Nowizki gehört zu jenen seltenen Talenten, die akademische und sportliche Höchstleistungen unter einen Hut bekommen. Der Wirtschaftsinformatik-Student der Hochschule Heilbronn ist gleichzeitig dreifacher Deutscher Meister im Karate-Einzel und führt ein Leben, das von Disziplin und Leidenschaft geprägt ist.
Seit seinem sechsten Lebensjahr betreibt Nowizki Karate. Seine Eltern suchten damals nach einer Möglichkeit, die überschüssige Energie ihres aktiven Kindes zu kanalisieren – eine Entscheidung, die sein Leben prägen sollte. „Besonders viel Spaß macht mir, dass der Sport so dynamisch und vielseitig ist. Es wird nie langweilig“, erklärt der Athlet, der für den MTV Ludwigsburg in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm antritt.
Seine Erfolge können sich sehen lassen: Dreimal holte er den deutschen Meistertitel im Einzel, einmal im Team. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein großer internationaler Wettkampf in Italien mit über 3000 Teilnehmern. „Dort habe ich es bis zum Halbfinale geschafft. Leider ist es letztlich der 5. Platz geworden, trotzdem war es ein tolles Gefühl, bei einem so großen Turnier um eine Medaille zu kämpfen“, erinnert er sich.
Der Sport führt Nowizki durch die halbe Welt. Allein in diesem Jahr war er bereits in Georgien und auf Zypern, demnächst steht ein Wettkampf in Kroatien an. Trotz der internationalen Konkurrenzsituation schätzt er die Gemeinschaft im Karate-Sport. „Es gibt eine gute Community, auch wenn man sportlich miteinander konkurriert“, betont er.
Die Entscheidung für ein Wirtschaftsinformatik-Studium an der Hochschule Heilbronn fiel Nowizki nicht schwer. Der Studiengang erschien ihm interessant und zukunftssicher. Zudem spielte die Nähe zu seinem Trainingsort in Ludwigsburg eine wichtige Rolle. „Es gibt keinen besseren Verein in Baden-Württemberg“, ist er überzeugt.
Die Balance zwischen Spitzensport und Studium erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation. In normalen Trainingsphasen trainiert Nowizki drei bis vier Mal pro Woche, vor Wettkämpfen steigert er sich auf fünf bis sieben Einheiten. Seine Strategie: „Ich erledige immer alles unter der Woche, damit ich am Wochenende den Kopf frei habe.“ Unterstützung erhält er durch ein Spitzensport-Stipendium, das ihm nicht nur finanziell hilft, sondern auch einen festen Ansprechpartner bietet.
Trotz des anspruchsvollen Zeitplans kommt das Sozialleben nicht zu kurz. „Ja natürlich, meistens übers Wochenende“, antwortet er auf die Frage nach Freizeit mit Freunden. Viele seiner Freundschaften sind ohnehin im Karate-Umfeld entstanden.
Seit 2024 gehört Nowizki dem Bundesperspektiv-Kader des Deutschen Karateverbands an, zuvor war er vier Jahre im Nachwuchskader. In diesem Jahr nimmt er sogar an zwei Deutschen Meisterschaften teil – in der U21 und bei den Erwachsenen.
Und was stärkt den Karate-Champion bei Wettkämpfen? „Ich habe immer eine Banane und einen Energydrink dabei“, verrät er. Sein Lieblingsessen ist ebenso bodenständig: ein guter Döner.