Von Redaktion, Foto: DHBW CAS
Von Fortbildung zum Masterabschluss, von Teilhabemanagement zur IT-Sicherheit: Matthias Henn wollte eigentlich nur ein einzelnes Modul belegen. Doch dann packte ihn der akademische Ehrgeiz – und er schloss am DHBW Center for Advanced Studies seinen Master in „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit“ ab, während um ihn herum das Leben in vollem Tempo weiterlief.
Es gibt diese Momente, in denen kleine Entscheidungen ungeahnte Kreise ziehen. Für Matthias Henn, Diplom-Sozialarbeiter im Landratsamt Rastatt, war es die Anmeldung zu einem einzelnen Modul mit dem nüchternen Titel „IT Infrastruktur“. Eine Fortbildung, mehr nicht. Doch was als Horizonterweiterung gedacht war, entwickelte sich zum akademischen Neustart.
„Als ich vom Modul IT Infrastruktur erfahren habe, fand ich das sehr interessant“, erinnert sich Henn im Interview mit dem DHBW CAS, der im Teilhabemanagement der Eingliederungshilfe tätig ist. Seine tägliche Arbeit ist ein Spagat: Einerseits unterstützt er Menschen mit schweren Behinderungen bei der gesellschaftlichen Teilhabe, andererseits gestaltet er digitale Arbeitsumgebungen und pflegt die Fachsoftware für seine Kollegen.
Nach dem ersten Modul blieb er – zunächst zögerlich – dabei. „Das Modul IT Infrastruktur hat mir gut gefallen. Mich hat auch der flexible Aufbau des Programms überzeugt“, berichtet er. Das Konzept des DHBW Center for Advanced Studies ermöglichte ihm ein schrittweises Vorgehen: „Mit den Zertifikaten nach drei oder sechs Modulen hat man auch ohne Master schon etwas in der Hand. So konnte ich erst mal schauen, ob sich das Studium neben der Arbeit für mich realisieren lässt.“
Was folgte, war ein Bildungsmarathon unter Extrembedingungen. Während Henn Modul für Modul am DHBW CAS absolvierte, verdichtete sich sein Privatleben in atemberaubendem Tempo: „Während meines Studiums haben meine jetzige Frau und ich beide gearbeitet, ein Haus gekauft, sind umgezogen, haben geheiratet und zwei Kinder bekommen.“ Eine Aufzählung, die fast beiläufig daherkommt, aber einen Lebensabschnitt beschreibt, der die meisten Menschen auch ohne zusätzliches Studium an ihre Grenzen bringen würde.
„Parallel das Studium zu machen, war schon eine hohe Belastung“, gibt Henn zu. Die Unterstützung kam von mehreren Seiten: „Meine Frau hat mich da sehr unterstützt und auch mein Arbeitgeber hat flexibel reagiert, zum Beispiel wenn ich kurzfristig Urlaub brauchte, um mich auf eine Prüfung vorzubereiten.“
Ungewollt kam ihm die Pandemie zu Hilfe: „Geholfen hat auch, dass ich am absoluten Großteil der Module digital teilnehmen konnte – bedingt durch die Corona-Krise mehr als ohnehin in dem Studiengang vorgesehen.“ Eine zeitgemäße Ironie, dass ausgerechnet ein Studium der Digitalisierung durch die erzwungene digitale Teilnahme erleichtert wurde.
Inhaltlich waren für den Sozialarbeiter besonders Datenschutzrecht und IT-Sicherheit von Bedeutung: „Grund sind die Risiken, die beim Umgang mit hochsensiblen Daten für Klienten und Organisationen entstehen“, erklärt er. „Es war mir wichtig, ein Grundverständnis aufzubauen, wie etwa Verschlüsselung wirkt oder und wie Prozesse sicherer gestaltet werden können.“
Die Flexibilität des Studiengangs am DHBW Center for Advanced Studies zeigte sich auch in der Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken: „Was ich ebenfalls gut fand, war die Möglichkeit Wahlmodule aus anderen Studiengängen wie Wirtschaftsinformatik zu belegen. Ich habe beispielsweise ein Modul zum Informationssicherheitsmanagement besucht.“
Als wichtigste Erkenntnis nimmt Henn mit: „Dass jede digitale Umgebung ihre eigenen, oft technisch bedingten Charakteristika hat und eigene Chancen und Risiken bietet.“ Eine Einsicht, die er nun an seinem Arbeitsplatz weitergibt – und die den Bogen zurück zu seiner eigentlichen Tätigkeit schlägt.
Der Studiengang „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit“ am DHBW CAS bereitet Absolventen darauf vor, die digitale Transformation in sozialen Einrichtungen zu gestalten. Sie erwerben Kompetenzen, um Digitalisierungsprozesse mit Blick auf ihre Organisation, deren Stakeholder und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu erarbeiten, einzuführen und zu etablieren.
Henns Weg vom interessierten Teilnehmer einer einzelnen Fortbildung zum Masterabsolventen zeigt exemplarisch, wie akademische Weiterbildung am DHBW Center for Advanced Studies heute funktionieren kann: flexibel, berufsbegleitend und mit der Möglichkeit, schrittweise in ein Studium hineinzuwachsen – selbst wenn das Leben nebenher auf Hochtouren läuft.