Von Redaktion, Foto: HHN
Marlon Seeburger spielt in der Deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft und in zwei Vereinen. Im Februar 2026 schloss er sein Maschinenbau-Studium an der Hochschule Heilbronn ab. Das Spitzensport-Stipendium der HHN half ihm dabei, Sport und Studium im Gleichgewicht zu halten. Im Juni gewann er mit dem GSV Karlsruhe den zehnten deutschen Meistertitel.
Marlon Seeburger spielt in zwei Vereinen zugleich. Beim Gehörlosen-Sportverein Karlsruhe und beim SV Sülzbach. Dort steht er gemeinsam mit hörenden Menschen auf dem Platz.
Dazu kommt die Deutsche Gehörlosen-Nationalmannschaft. Und bis Februar 2026 kam ein Vollzeitstudium hinzu. Seeburger studierte Maschinenbau an der Hochschule Heilbronn (HHN).

Wie alles anfing
Den Anstoß gaben seine Eltern. Sein älterer Bruder habe damals bereits Fußball gespielt, erzählt Seeburger im Interview mit der HHN. Also schickten ihn die Eltern einfach mit.
Was als kleiner Junge begonnen habe, habe ihn nie wieder losgelassen. Bis heute sei er mit derselben Leidenschaft dabei wie am ersten Tag.
Was ihn dabei hält, ist für ihn eindeutig. »In einer Mannschaft motiviert und pusht man sich gegenseitig«, sagt er. Dieser Zusammenhalt sei für ihn der Kern des Sports.
Vize-Weltmeister und Rekordmeister
Auf zwei Momente ist Seeburger besonders stolz. Der erste liegt im Jahr 2016. Damals reiste er mit der Nationalmannschaft nach Italien und kämpfte sich bis ins Finale.
Am Ende stand der zweite Platz bei der Weltmeisterschaft im Gehörlosenfußball. Das sei der bisherige Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn gewesen. Bei der Gehörlosen-Weltmeisterschaft 2023 folgte der fünfte Platz.
Der zweite Moment liegt erst wenige Monate zurück. Mitte Juni gewann er mit dem GSV Karlsruhe nach 13 Jahren und zahlreichen Finaleinzügen den zehnten deutschen Meistertitel im Großfeld. Damit baute der Verein seine Stellung als deutscher Rekordmeister aus.
Spitzensport-Stipendium der HHN: Rücken frei für beides
Der Alltag ist stark vom Sport getaktet. Unter der Woche stehen jeweils zwei bis drei intensive Trainingseinheiten an, verteilt auf beide Vereine. Das Wochenende gehört dem Wettkampf, meist mit zwei Spielen.
Genau an dieser Stelle setzt das Spitzensport-Stipendium der HHN an. Es halte ihm den Rücken frei, sagt Seeburger. Durch die Unterstützung könne er sich voll auf Sport und Studium konzentrieren.
Hinzu kommt ein zweiter Punkt. Wenn es einmal hake, habe er immer einen festen Ansprechpartner. Damit bleibt die organisatorische Seite planbar.
Warum Maschinenbau an der HHN
Seeburger ist in der Region aufgewachsen. Er habe gesehen, wie schnell Heilbronn wachse, sagt er. Die Hochschule habe zudem einen guten Ruf.
Maschinenbau passte für ihn ohnehin. Technik habe er schon immer geliebt, und komplexe mathematische Lösungen begeisterten ihn. Sein liebster Ort auf dem Campus war entsprechend der CAD-Raum, dort sei es kühl und ruhig.
Sein Vorbild ist Kadir Tatar. Diesen kenne er schon lange, und vor einigen Jahren habe er sogar mit ihm zusammenspielen dürfen. Das sei eine große Ehre gewesen.
Was es aus seiner Sicht braucht
Im Mannschaftssport reiche es nicht, nur gut zu sein, so Seeburger. Die größte Herausforderung sei es, in jedem Spiel einen Schritt mehr zu machen als der Gegner. Dafür brauche es Einsatz und die Bereitschaft, als Team über die eigenen Grenzen zu gehen.
An Eigenschaften nennt er drei. Teamgeist, Durchhaltevermögen und den Biss, sich auch in schwierigen Phasen durchzukämpfen.
Vor dem Wettkampf setzt er auf eine lockere und positive Stimmung. Das helfe ihm, nicht zu verkrampfen. Sobald es losgehe, zähle dann nur noch die Konzentration auf das Spiel.