Heimatkennzeichen: HHN-Studie belegt Erfolg der Kennzeichen-Reform

Von Redaktion, Foto: HHN

Sieben Millionen Mal wurde seit 2012 ein Heimatkennzeichen vergeben. Eine neue Studie von Professor Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn belegt nun den Erfolg der Wiedereinführung alter Kfz-Kürzel. Der Volkswirt hatte die Reform schon 2012 wissenschaftlich begründet. Jetzt liefert er die Argumente für einen zweiten Liberalisierungsschritt.

Wer aufmerksam durch Deutschland fährt, sieht Kürzel, die es eigentlich längst nicht mehr geben sollte. 336 solcher Kennzeichen sind seit 2012 bundesweit reaktiviert worden. Nachgefragt werden sie stark. Wie stark genau, zeigt jetzt eine Studie der Hochschule Heilbronn.

Vorgelegt hat sie Prof. Dr. Ralf Bochert, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fakultät International Business. Er schließt damit eine Erkenntnislücke. Denn der Erfolg des ersten Liberalisierungsschritts galt zwar als anerkannt, wissenschaftlich belegt war er bislang nicht.

Was die Studie zu den Heimatkennzeichen zeigt

Bochert hatte bereits die Rechtsänderung von 2012 mit einer ersten großen Studie begründet. Von 2010 bis 2012 wurden dafür über 50.000 Menschen in ehemaligen Kreisstädten befragt. Die damals gemessene Zustimmung von 73 Prozent bewahrheitet sich nach Angaben der Hochschule jetzt in der Praxis.

Für über sieben Millionen Fahrzeuge und Hänger sind seither Heimatkennzeichen neu vergeben worden, und zwar ohne Zusatzaufwand. Das übertrifft Bocherts damalige Prognose, die als optimistisch galt. Dem Stadtmarketing nutzten die Kennzeichen dabei mit einem hohen Kosten-Nutzen-Verhältnis, heißt es in der Mitteilung der HHN.

Warum es um mehr geht als um Buchstaben

Für Bochert liegt der Kern der Sache im Gefühl der Zugehörigkeit. »Wir dürfen nicht unterschätzen, dass individuelle Autokennzeichen einen Identitätsbezug herstellen, der vielen Menschen sehr wichtig ist«, sagt er. Weil die Lösung sehr simpel sei, solle man sie unbedingt weiter ausbauen. Das kleine Glück, das bereits siebenmillionenfach bestehe, lasse sich nach seinen Worten leicht steigern, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen.

Der zweite Liberalisierungsschritt ist auf dem Weg

Genau darum geht es beim nächsten Vorhaben. Im März 2026 beschloss der Bundesrat, eine weitere Liberalisierung der Zuordnung von Kfz-Kennzeichen zu Zulassungsbezirken anzustreben. Das geht laut Hochschule auf eine Initiative Bocherts zurück, der diesen zweiten Schritt 2024 vorgeschlagen hatte.

Im Zentrum steht dabei eine Regelung für Mittelstädte. Sie sollen eine eigene Ortskennung als Kürzel auf dem Nummernschild führen dürfen. Der entsprechende Entschließungsantrag Hessens und Niedersachsens wurde mit klarer Ländermehrheit verabschiedet. Er verweist ausdrücklich auf den Erfolg des ersten Schritts, also auf die Wiedereinführung der Altkennzeichen seit 2012. Belegt war dieser Erfolg bis dahin allerdings nicht durch wissenschaftliche Studien. Mit den nun vorliegenden Zahlen ändert sich das.

Für die Hochschule Heilbronn ist der Fall ein Beispiel dafür, wie Forschung unmittelbar in politische Entscheidungen wirkt. Zwischen der ersten Befragung im Jahr 2010 und dem Beschluss des Bundesrats liegen 16 Jahre. Dazwischen liegen sieben Millionen Nummernschilder.

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