KI-Kompetenz in der Bildung: Wie die aim Kinder zu KI-Detektiven macht

Von Redaktion, Fotos: aim

Wie lernt man, KI-Fakes zu erkennen und Technik selbstbestimmt zu nutzen? Carina Rehberger arbeitet seit Oktober 2025 im Kompetenzcenter KI in der Bildung der aim und will genau das vermitteln. KI-Kompetenz in der Bildung bedeutet für sie mehr als gute Prompts. Beim Heilbronner KI-Festival können Kinder, Jugendliche und Eltern am aim-Stand selbst zu KI-Detektiven werden.

Erwachsene glauben oft, sie müssten künstliche Intelligenz von heute auf morgen beherrschen. Kinder machen es anders. Sie probieren, staunen und fragen nach. Genau diese Neugier möchte Carina Rehberger nutzen.

Seit Oktober 2025 gehört sie zum Team des Kompetenzcenters KI in der Bildung der aim. Ihr Ziel: Kinder, pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte dabei unterstützen, künstliche Intelligenz sinnvoll, selbstbestimmt und kritisch zu nutzen. Beim Heilbronner KI-Festival bringt sie dieses Anliegen auf die Bühne und an den Stand der aim.

Am Stand werden Kinder zu KI-Detektiven

Beim Festival können Kinder, Jugendliche und Eltern am aim-Stand zu KI-Detektiven werden. Sie lernen dort, wie sich KI-Fakes erkennen lassen. Eine Schnitzeljagd führt spielerisch durch das Thema. Damit eigne sich das Angebot auch gut für Familien, so Rehberger. Sie selbst hält einen Impulsvortrag und freut sich nach eigenen Worten besonders auf die unvermittelten Reaktionen der Kinder.

Woran sich KI-Fälschungen erkennen lassen

Das Erkennen von KI-Inhalten werde zunehmend schwieriger, schildert Rehberger. Lange hätten verräterische Details geholfen, etwa Hände mit zu vielen Fingern oder seltsam wirkende Schrift. Solche Fehler würden seltener. Ihr wichtigster Rat: nicht alles glauben, was man sieht, und kurz innehalten, wenn etwas komisch wirke. Danach lohne der Blick auf Quelle und Kontext. Welches Medium hat das Bild veröffentlicht? Handelt es sich um ein verifiziertes Profil? Gibt es weitere Quellen? Im Zweifel rät sie zum Nachfragen, bei Lehrkräften oder Eltern.

Warum KI-Kompetenz in der Bildung mehr ist als gute Prompts

Für Rehberger geht es dabei nicht darum, möglichst gute Prompts zu formulieren. Schülerinnen und Schüler sollten vielmehr verstehen, nach welchen Mechanismen KI und Algorithmen arbeiten, wie ein System an sein Wissen gelangt und wann es Fehler macht. Wer KI kritisch hinterfrage und selbstbestimmt einsetze, profitiere davon nicht nur in der Schule, sondern auch in Ausbildung, Studium und Beruf, so ihre Einschätzung.

Ihr eigenes Ziel formuliert Rehberger klar. »Wir wollen mit unseren Angeboten zum Ausprobieren ermutigen und gleichzeitig Raum für kritische Fragen bieten«, sagt sie. Menschen dazu zu inspirieren, neugierig zu sein und Bildung aktiv mitzugestalten, treibe sie an. Komme nach einer Veranstaltung jemand auf sie zu und sage, das habe er nun besser verstanden, dann habe sie ihr Ziel erreicht.

Die Rolle der Lehrkräfte wächst

KI verändere das Unterrichten und Lernen grundlegend, so Rehberger. Damit werde die pädagogische Rolle der Lehrkräfte wichtiger. Sie müssten nicht mehr nur Wissen abfragen, sondern Lernprozesse mit KI begleiten. Ein Beispiel nennt sie selbst: Aufgaben ließen sich mehrstufig stellen. Zuerst arbeiten die Schülerinnen und Schüler ohne KI und werden selbst kreativ. Danach dürfen sie sich Unterstützung von einer KI holen. Zum Schluss folgt das Gespräch darüber, wobei die KI geholfen hat und was sie besser oder schlechter gemacht hat als der Mensch.

Zur Vorsicht rät Rehberger an mehreren Stellen. Das kreative Denken müsse erhalten bleiben, KI solle den Menschen nicht die gesamte Denkarbeit abnehmen. Beim Umgang mit persönlichen Daten sei Zurückhaltung geboten. Und Lehrkräfte sollten didaktisches Material prüfen, das sie mit KI erstellt haben.

Beim Heilbronner KI-Festival lässt sich vieles davon direkt ausprobieren. Wer am aim-Stand zum KI-Detektiv wird, übt genau jenen prüfenden Blick, den Rehberger für den Alltag empfiehlt.

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