Von Redaktion, Fotos: HHN, fedaEDU
Die Hochschule Heilbronn bringt einen ihrer Studiengänge nach Spanien. Gemeinsam mit der fedaEDU Business School bietet die HHN in Barcelona ab dem Wintersemester 2026/2027 den Bachelor International Business an. Der Studiengang läuft vollständig auf Englisch und umfasst sieben Semester. Die Studierenden erwerben dabei einen staatlich anerkannten Abschluss der HHN.
Normalerweise reisen Studierende ins Ausland, um internationale Erfahrung zu sammeln. In diesem Fall bewegt sich der Studiengang selbst. Die Hochschule Heilbronn bringt ihren Bachelor International Business nach Barcelona. Möglich macht das eine Kooperation mit der spanischen fedaEDU Business School.
Beide Institutionen haben eine strategische Partnerschaft für gemeinsame Lehre und künftige Forschung geschlossen. Der Start ist für das Wintersemester 2026/2027 vorgesehen, nach Angaben der fedaEDU beginnt der erste Jahrgang Anfang September 2026. Das bestehende Angebot am Bildungscampus in Heilbronn bleibt davon unberührt, Barcelona kommt als weiterer Standort hinzu.

Was die HHN in Barcelona anbietet
Unterrichten werden Professorinnen und Professoren der HHN, sowohl vor Ort als auch in hybriden Formaten. Am Ende steht ein staatlich anerkannter Abschluss der Hochschule Heilbronn, der die Qualitätsstandards des Europäischen Hochschulraums erfüllt. Der Bachelor umfasst 210 ECTS und ist auf sieben Fachsemester ausgelegt.
Inhaltlich verbindet das Programm betriebswirtschaftliche Grundlagen mit methodischen Kompetenzen und einer internationalen Perspektive. Dazu zählen laut fedaEDU Bereiche wie Rechnungswesen, Volkswirtschaft, Recht und Management sowie Statistik und Datenkompetenzen. Ergänzend kommen aktuelle Themen wie Digital Business und der unternehmensweite Einsatz von KI-Anwendungen hinzu. Im fünften Fachsemester folgt ein verpflichtender Auslandsteil. Studierende können dafür an eine Partnerhochschule im Netzwerk der HHN gehen oder ein Praxissemester im Ausland absolvieren.

Zwei Sprachen, zwei Schwerpunkte
Neben Englisch gehört eine zweite Sprache verbindlich zum Curriculum. Bewerbende aus dem deutschsprachigen Schulsystem lernen Spanisch, Studierende aus spanischsprachigen oder internationalen Schulsystemen erhalten eine intensive Deutschausbildung. Geringe Vorkenntnisse genügen für den Einstieg, da die Module systematisch aufbauen.
Im weiteren Verlauf wählen die Studierenden zudem einen Schwerpunkt. Zur Wahl stehen Marketing oder Finance. Vorausgesetzt werden eine Hochschulzugangsberechtigung und Englischkenntnisse auf mindestens B2-Niveau.
Daneben besteht die Möglichkeit, das Studium mit einer dualen Berufsausbildung zu verbinden. Wer beide Wege kombiniert, erreicht nach Angaben der fedaEDU zwei Abschlüsse innerhalb von acht Semestern. Zu den Ausbildungsunternehmen zählen internationale Konzerne sowie spanische Unternehmen.
Drei Professuren betreuen das Projekt
Von Seiten der HHN begleiten Professorin Ruth Fleuchaus, Professor Michael Ruf und Professor Mathias Moersch das Vorhaben. Ruf ist Professor für Internationales Personalmanagement und Dekan der Fakultät International Business, Moersch lehrt Volkswirtschaftslehre in derselben Fakultät.
Fleuchaus, Prorektorin für Internationales und Diversität, sieht Potenzial im neuen Standort. »Der Standort Barcelona bietet enormes Potenzial für internationale Studienangebote«, sagt sie. Man sei sich sicher, die HHN-Expertise dort gewinnbringend einsetzen und gemeinsam mit der fedaEDU einen starken Studienstandort aufbauen zu können, so Fleuchaus weiter.
Der Blick aus Barcelona auf Heilbronn
Interessant ist die Kooperation auch aus umgekehrter Richtung. Farhad Djamchidi, Dozent an der fedaEDU, verweist im Interview auf seiner Hochschulwebsite auf das Umfeld in Heilbronn. In der Region werde derzeit gezielt in Bildung, Innovation und Gründungsstrukturen investiert, so seine Einordnung. Der Bildungscampus stehe sinnbildlich für die Verbindung aus Lehre, Forschung und Praxis. Auch den in unmittelbarer Nähe entstehenden Innovation Park Artificial Intelligence hebt er hervor. Künstliche Intelligenz sei längst kein Randthema mehr, sondern beeinflusse Prozesse, Märkte und Wertschöpfungsketten in vielen Branchen.
Barcelona wiederum bietet mit dem Innovationsdistrikt 22@ ein eigenes Technologiezentrum in Reichweite. »Der Studiengang richtet sich an alle, die Internationalität nicht nur als Etikett verstehen«, sagt Djamchidi.
Für die heimische Wirtschaft ergibt sich ebenfalls ein Anknüpfungspunkt. Viele Partnerunternehmen der HHN aus der Region Heilbronn-Franken unterhalten spanische Tochterunternehmen vor Ort. Für die Hochschule selbst bedeutet der Schritt eine Erweiterung ihres internationalen Netzwerks.