Wenn die Ministerin auf dem Boden sitzt: KI-Roboter im Unterricht der aim Heilbronn

Von Redaktion, Foto: aim

Bundesbildungsministerin Karin Prien besucht den Heilbronner Bildungscampus und erlebt, wie Grundschulkinder mit einem KI-Roboter namens „Robo“ lernen. Hinter dem Projekt steckt ein Zusammenspiel aus aim, LMU München und KIT, das über Heilbronn hinaus Schule machen könnte.

Dritteklässler der Heilbronner Wartbergschule sitzen im Kreis auf dem Boden der aim. In ihrer Mitte steht kein Lehrer, sondern ein kleiner Roboter. Er heißt „Robo“ und regt die Kinder zum Erzählen an. An diesem Tag geht es um ein neues Ende für das Märchen „Frau Holle“. Die Kinder brainstormen mit dem Roboter, fragen anschließend ihre Lehrerin, was sie von den Ideen hält. Eine alltägliche Szene in diesem Projekt. An diesem Donnerstag im Februar allerdings sitzt noch jemand mit in der Runde: Bundesbildungsministerin Karin Prien.

Die Ministerin ist auf den Heilbronner Bildungscampus gekommen, um sich aus nächster Nähe anzusehen, was passiert, wenn Künstliche Intelligenz auf Grundschulpädagogik trifft. Seit mehreren Monaten nutzt die Klasse der Wartbergschule den Roboter im Unterricht.

Sprachförderung mit Künstlicher Intelligenz

Das Projekt ist ein Kooperationsvorhaben der aim Heilbronn und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Wissenschaftlich begleitet wird es von Uta Hauck-Thum von der LMU München und Barbara Bruno vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Im Kern geht es darum, mit Hilfe Künstlicher Intelligenz neue Wege in der Sprachförderung zu erproben. Der KI-Roboter unterstützt dabei Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in ihrer Sprachentwicklung. Das Vorhaben wird von der Dieter Schwarz Stiftung unterstützt.

Bei ihrem Besuch tauschte sich die Bildungsministerin mit Lehrkräften und Projektverantwortlichen über die Erfahrungen mit dem praktischen Einsatz von KI in der Grundschule aus. In den Gesprächen zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis wurde laut aim deutlich, wie bedeutsam die evidenzbasierte Herangehensweise an innovative Bildungsprojekte ist. Auch Prien betonte die Notwendigkeit von systematischer Wirkungsmessung und empirischer Überprüfung.

20 Jahre Sprachförderung, jetzt auch für die Jüngsten

Die aim stärkt die Sprachförderung bereits seit 20 Jahren im Primarbereich. Geschäftsführer Marco Haaf erklärte laut Mitteilung der aim: „Seit zwei Jahren sind wir dabei, die Sprachförderung in den frühkindlichen Bereich zu erweitern. Daher ist der Austausch mit Karin Prien auch mit Blick auf die künftige Sprachförderung bundesweit im frühkindlichen Bereich spannend.“

Die Erweiterung in den frühkindlichen Bereich zeigt, dass die aim ihren Bildungsauftrag fortlaufend weiterentwickelt. Was vor zwei Jahrzehnten als Sprachförderung für Grundschulkinder begann, reicht heute bis in die Kita.

CoTransform Heilbronn: Wenn Forschung den Unterricht erreicht

Das Roboter-Projekt ist Teil des Programms CoTransform Heilbronn. In diesem Rahmen erproben mehrere Schulen neue Wege des Lehrens und Lernens. Die Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung, praktischer Erprobung und Evaluation ist für die aim zentral. Forschungsergebnisse fließen direkt in den Unterricht ein, damit innovative Bildung evidenzbasiert umgesetzt werden kann.

Für den Bildungscampus Heilbronn ist der Besuch der Bundesbildungsministerin ein Zeichen dafür, dass die hier entwickelten Ansätze auch auf Bundesebene wahrgenommen werden. Die aim, die Dieter Schwarz Stiftung und die wissenschaftlichen Partner aus München und Karlsruhe zeigen mit dem Projekt, dass KI im Bildungsbereich kein abstraktes Zukunftsthema sein muss. Manchmal sitzt die Zukunft einfach mit Dritteklässlern auf dem Boden und erfindet Märchen neu.

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