Wenn Daten Leben retten sollen: KI-Forum diskutiert Medizin der Zukunft

Von Redaktion, Foto: HHN

Die Hochschule Heilbronn bringt Forscher und Praktiker am IPAI zusammen – und stößt auf die alten Probleme der digitalen Medizin

„Ohne Daten nichts los“ – Christian Fegelers Vortragstitel beim KI-Forum der Hochschule Heilbronn klingt lapidar, trifft aber den wunden Punkt der digitalen Medizin. Am IPAI diskutierten Forscher und Praktiker über Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen. Die Botschaft des Abends: Die Technik ist da, aber die Daten sind es nicht.

Daniel Nill moderierte die Veranstaltung, Rektor Oliver Lenzen begrüßte die Teilnehmenden. In seiner Einführung betonte die Hochschule laut eigener Mitteilung, man sehe „besonders im Gesundheitsbereich großes Potenzial“ für den Einsatz von KI. Das Ziel: „technologische Innovationen im Sinne des Menschen voranzutreiben und gesellschaftlich relevante Impulse zu setzen.“

Professor Christian Fegeler machte in seinem Impulsvortrag deutlich, woran es hapert: Interoperabilität und Datenkontext seien entscheidend für Forschung und Versorgung. Stefan Sigle vom MOLIT Institut – jener Einrichtung für personalisierte Medizin, die Uwe Martens in Heilbronn aufgebaut hat – ergänzte: „Datenfragmentierung und vertrauenswürdige Infrastrukturen“ blieben zentrale Herausforderungen.

Die ewigen Hürden

Es sind die immer gleichen Probleme, die die Digitalisierung der Medizin ausbremsen: Patientendaten liegen in unterschiedlichen Systemen, die nicht miteinander sprechen. Krankenhäuser nutzen verschiedene Software, Praxen andere, Labore wieder andere. Was Fegeler „Interoperabilität“ nennt, ist nichts anderes als die Fähigkeit dieser Systeme, miteinander zu kommunizieren. Sie fehlt.

Dazu kommt die Frage des Vertrauens. Wer darf auf welche Daten zugreifen? Wie werden sie geschützt? Wie anonymisiert? Das sind keine technischen, sondern gesellschaftliche Fragen. Sigles Hinweis auf „vertrauenswürdige Infrastrukturen“ deutet darauf hin: Ohne Vertrauen der Patienten keine Daten, ohne Daten keine KI-Anwendungen, die wirklich helfen.

Nach den Vorträgen bot sich laut HHN-Mitteilung „Gelegenheit zu Austausch und Vernetzung“. Was nach Standardformulierung klingt, ist in Heilbronn mittlerweile Programm: Die Stadt mit ihrem Bildungscampus, dem IPAI, dem MOLIT Institut und der starken Medizintechnik-Tradition positioniert sich als Ort, an dem die digitale Transformation der Medizin vorangetrieben wird.

Das KI-Forum zeigt: Die Technik ist nicht das Problem. KI kann Röntgenbilder auswerten, Diagnosen unterstützen, Therapien personalisieren. Aber solange die Daten in Silos gefangen sind, bleibt vieles Zukunftsmusik. „Ohne Daten nichts los“ – Fegelers Titel war keine Floskel, sondern eine nüchterne Zustandsbeschreibung.

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