Von Redaktion, Foto: Stadt Heilbronn
Kliniken, Praxen und Gesundheitsämter haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das junge Mediziner auf ihrem Weg zum Hausarzt begleiten soll. Die Hoffnung: Wer die Region früh kennenlernt, bleibt.
Rund eintausend Hausarztsitze sind in Baden-Württemberg derzeit unbesetzt. Die Zahl, die Prof. Dr. med. Wolfgang Linhart bei der Kick-off-Veranstaltung im SLK Klinikum am Gesundbrunnen nannte, macht deutlich, warum an diesem Novembertag so viele Menschen zusammengekommen waren. Hausärzte, Internisten, Vertreter der Bezirksärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung, der kommunalen Gesundheitsämter – sie alle unterzeichneten den Kooperationsvertrag für einen neuen Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin in Stadt und Landkreis Heilbronn.
Ein Netzwerk, das Übergänge glättet
Der Verbund ist laut Mitteilung der Stadt Heilbronn mehr als eine organisatorische Struktur. Er soll jungen Ärztinnen und Ärzten eine klar aufgebaute Weiterbildungsreise ermöglichen, bei der Klinik und Praxis ineinandergreifen. Übergänge werden fließend, Abläufe durchschaubar und gut begleitet – so die Idee. Wer diesen Weg einschlägt, trifft früh auf Menschen aus der Region, knüpft Kontakte und lernt die Vielfalt dessen kennen, was hausärztliche Versorgung bedeutet.
Genau diese Vertrautheit mit dem Umfeld ist entscheidend. Sie erhöht laut Mitteilung die Chance, dass angehende Ärztinnen und Ärzte ihre berufliche Heimat später dauerhaft in Heilbronn und Umgebung finden. Das Prinzip: Bindung durch Begleitung.
Breite Unterstützung von Stadt und Landkreis
An der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages beteiligten sich Oberbürgermeister Harry Mergel, Landrat Norbert Heuser, Dr. Martin Uellner als Sprecher der Kreisärzteschaft Heilbronn, Dr. Jürgen de Laporte als Präsident der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg sowie Prof. Wolfgang Linhart und Prof. Thomas Dengler von den SLK-Kliniken.
Linhart, Sprecher der Ärztlichen Direktoren der SLK Kliniken GmbH, machte laut Mitteilung deutlich, wie dringend solche Initiativen sind. Ein Weiterbildungsverbund mit sektorenübergreifender Zusammenarbeit sei ein fundamentaler Baustein, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern. Landrat Heuser und Oberbürgermeister Mergel begrüßten die Initiative ebenfalls. Stadt und Landkreis arbeiten laut Mitteilung bereits seit längerem daran, die Versorgungslage zu verbessern – der neue Verbund füge sich nahtlos in diese Bemühungen ein.
Die Gründer stehen hinter der Idee
Dr. Anne Kaiser, Dr. Boris Heinz und Dr. Sven Hanselmann stellten bei der Veranstaltung die Vorteile des Verbunds vor und erläuterten, warum sie sich für die Gründung eingesetzt haben. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsämter von Stadt und Landkreis schilderten ihre Rolle: Sie koordinieren Abläufe, beraten angehende Allgemeinmediziner und schaffen Foren für Austausch und Entwicklung. Ihre Verbindung zu Kliniken, Praxen und kommunalen Strukturen bildet laut Mitteilung das Rückgrat einer nachhaltigen Weiterbildungslandschaft.
Zehn weitere Ärzte bereits dabei
Dem Weiterbildungsverbund haben sich laut Mitteilung der Stadt Heilbronn bereits zehn weitere niedergelassene Ärztinnen und Ärzte angeschlossen. Interessierte können jederzeit nachrücken und Teil des Netzwerks werden. Die Gesundheitsämter stehen als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung.
Für Heilbronn ist der Verbund ein weiterer Baustein in einer Entwicklung, die über den Bildungscampus und die Hochschullandschaft hinausgeht. Die Stadt positioniert sich zunehmend auch als Gesundheitsstandort – mit Kliniken, Forschung und nun einem strukturierten Weg für den medizinischen Nachwuchs.
Kontakt für interessierte Ärztinnen und Ärzte
Gesundheitsamt des Landratsamtes Heilbronn: MedizinischeVersorgung@landratsamt-heilbronn.de, Telefon 07131 994 5628 oder 7260
Städtisches Gesundheitsamt Heilbronn: Gesundheitsamt-praevention@heilbronn.de, Telefon 07131 56 4079 oder 3606