Vom Bundestag ans DHBW CAS: Conny Mayer-Bonde übernimmt die Führung

Von Redaktion, Foto: DHBW CAS

Die neue Direktorin will das Center for Advanced Studies zum „besten Partner für Duale Master“ in Deutschland machen – mit 1.518 Studierenden und 1.572 Unternehmen im Rücken

Die Zahlen sprechen für sich: 1.518 Studierende, 1.572 Partnerunternehmen, 28 duale Masterstudiengänge. Das DHBW Center for Advanced Studies ist längst keine Randerscheinung mehr im deutschen Weiterbildungsmarkt. Jetzt bekommt es mit Conny Mayer-Bonde eine neue Direktorin, die weiß, wie man Systeme umbaut. Der Aufsichtsrat der Dualen Hochschule Baden-Württemberg wählte die Professorin am 24. Oktober.

„Ich möchte das DHBW CAS gemeinsam mit Dualen Partnern, Studierenden und Kolleginnen und Kollegen weiterentwickeln – als bester und größter Partner für Duale Master und Duale Wissenschaftliche Weiterbildung in Baden-Württemberg und Deutschland“, wird Mayer-Bonde in der Mitteilung der DHBW zitiert. Große Worte, aber sie hat konkrete Pläne: Die Marke stärken, Bekanntheit erhöhen, Internationalisierung vorantreiben, das CAS als „Hafen für Forschung“ entwickeln.

Mayer-Bonde kennt das Haus. Seit Herbst 2023 ist sie Dekanin des Fachbereichs Wirtschaft am CAS, hat in dieser Zeit einen dualen Master in Data Science and Artificial Intelligence aufgebaut, Zertifikatsprogramme entwickelt, den Studiengang Rechnungswesen, Steuern, Wirtschaftsrecht mit der Steuerberaterkammer Stuttgart reakkreditiert. Die Europäische Hochschulallianz EU4Dual trägt ihre Handschrift, ebenso ein MBA-Programm mit dem Indo-German Training Center der Deutsch-Indischen Handelskammer.

Eine ungewöhnliche Karriere

Der Lebenslauf liest sich wie eine Sammlung von Wendepunkten: Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert, dann in den Tourismus – als Centermanagerin und Geschäftsführerin einer Marketingagentur. Dann der Sprung in die Politik: Mitglied des Deutschen Bundestages. Anschließend Professorin an der Karlshochschule International University in Karlsruhe, seit 2013 an der DHBW.

Diese Stationen sind mehr als biografische Fußnoten. Sie zeigen jemanden, der verschiedene Welten kennt – Wirtschaft, Politik, Wissenschaft. Das könnte helfen beim Job, der vor ihr liegt: Das DHBW CAS ist die „Plattform für Lebenslanges Lernen“ der Dualen Hochschule mit ihren neun Standorten, wie es in der Mitteilung heißt. Ein Spagat zwischen akademischer Exzellenz und Praxisnähe, zwischen regionaler Verwurzelung und internationaler Ausrichtung.

Die duale DNA

Das duale Prinzip ist die DNA der DHBW – Theorie und Praxis verschränkt, Hochschule und Unternehmen als Partner. Im Masterbereich ist das noch schwieriger zu orchestrieren als im Bachelor. Die Studierenden sind älter, berufserfahrener, anspruchsvoller. Die Unternehmen wollen spezifischere Kompetenzen, schnellere Anwendbarkeit.

Mayer-Bonde dankt in der Mitteilung ihrem Vorgänger Boris Alexander Kühnle. Sie übernimmt ein gut bestelltes Haus, aber auch große Erwartungen. Das CAS soll wachsen, sich internationalisieren, forschen. Gleichzeitig muss es seine Wurzeln pflegen – die enge Verbindung zur Wirtschaft, die pragmatische Ausrichtung, die regionale Verankerung.

Für Heilbronn ist das CAS ein wichtiger Baustein im Bildungsökosystem. Während TUM und Hochschule Heilbronn die Erstausbildung dominieren, bietet das CAS die Weiterbildung – den Master nach dem Bachelor, die Zertifikate für Berufstätige, das lebenslange Lernen, von dem alle reden, das aber schwer zu organisieren ist.

Mayer-Bonde bringt Erfahrung aus verschiedenen Welten mit. Das wird sie brauchen. Denn die Herausforderung ist nicht nur, 1.518 Studierende und 1.572 Unternehmen zusammenzubringen. Es geht darum, ein Modell weiterzuentwickeln, das zeigt: Akademische Bildung und berufliche Praxis sind keine Gegensätze. Sie gehören zusammen. Gerade im Master. Gerade in der Weiterbildung. Gerade jetzt.

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