TUM in internationalen Rankings: Spitzenplätze in Management und interdisziplinärer Forschung

Von Redaktion, Foto: TUM Campus Heilbronn

Die Technische Universität München erreicht im Shanghai Ranking Platz 48 weltweit im Fach Management – und ist damit die beste deutsche Universität. Im Interdisciplinary Science Ranking steht sie auf Rang 13. Was bedeutet das für den Standort Heilbronn?

Rankings sind Momentaufnahmen. Sie messen, was sich messen lässt – Publikationen, Zitationsraten, Drittmittel, Reputation. Was sie nicht abbilden können: die Atmosphäre in einem Seminarraum, die Qualität eines Beratungsgesprächs, den Moment, in dem eine Idee zündet. Und doch sind Rankings wichtig. Sie zeigen, wo eine Universität im internationalen Vergleich steht. Und sie beeinflussen, wohin Studierende und Forschende gehen.

Für die Technische Universität München sind die jüngsten Ergebnisse erfreulich. Im „Shanghai Ranking“, dem Global Ranking of Academic Subjects der Shanghai Jiao Tong Universität, erreicht die TUM im Fach Management Platz 48 weltweit – und damit den ersten Platz in Deutschland. Das Ranking bewertet laut TUM-Mitteilung die Forschungsleistungen von Universitäten anhand der Zahl und Zitationsraten wissenschaftlicher Veröffentlichungen, der internationalen Zusammenarbeit und, in einigen Fächern, der Anzahl bedeutender Auszeichnungen.

Interdisziplinarität als Geisteshaltung

Wenige Tage später folgte eine weitere Platzierung. Im „Times Higher Education Interdisciplinary Science Ranking“ steht die TUM laut eigener Mitteilung als beste deutsche und zweitbeste europäische Universität auf Rang 13 weltweit. Das Ranking erfasst, wie gut es Universitäten gelingt, Forschung über Fächergrenzen hinweg zu betreiben.

Interdisziplinarität sei an der TUM eine Geisteshaltung, gespeist aus Autonomie, Neugier und Agilität, schreiben das britische Magazin Times Higher Education und der US-Forschungsförderer Schmidt Science Fellows laut TUM-Mitteilung in ihrem White Paper „Interdisciplinary Futures“. Zusammenarbeit entstehe in der Forschungskultur der TUM durch flexible Förderung, gemeinsame Einrichtungen und Anerkennung.

Was Heilbronn damit zu tun hat

Der TUM Campus Heilbronn wird in diesem Zusammenhang ausdrücklich genannt. Laut TUM-Mitteilung verzahnen sich am Standort die Fächer Management und Informatik organisch, um ihre Kräfte zu bündeln. Das ist kein Zufall: Der Campus wurde von Anfang an so konzipiert, dass die TUM School of Management und die TUM School of Computation, Information and Technology gemeinsam arbeiten.

Die TUM verfügt laut Mitteilung über ein EU-weit einzigartig breites Fächerspektrum aus Ingenieurwissenschaften, Informatik, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Besonders hervorgehoben werden von THE und Schmidt Science Fellows die TUM Innovation Networks, in denen sich interdisziplinäre Teams mit eigenen Initiativen für neue Forschungsfragen zusammenschließen können, sowie die intensive Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Forderung nach besseren Strukturen

TUM-Präsident Professor Thomas F. Hofmann nutzt das Ranking für eine Forderung: „An der TUM zeigen wir, dass mit dem richtigen Mindset und wirkungsvollen Anreizen eine intensive Zusammenarbeit über Fächergrenzen hinweg entstehen kann. Nun müssen wir auch die Strukturen des Wissenschaftssystems optimal auf Interdisziplinarität polen“, so Hofmann laut TUM-Mitteilung. „Forschungsförderung und -Begutachtung richten sich nach wie vor zu sehr an eng gefassten Disziplinen aus. So verschenken Deutschland und Europa viel Potenzial.“

Weitere Platzierungen

In anderen internationalen Fächerrankings erreicht die TUM laut eigenen Angaben ebenfalls Spitzenplätze: In den „QS World University Rankings by Subject“ steht sie in Datenwissenschaften und Künstlicher Intelligenz auf Rang 20. In den „THE World University Rankings by Subject“ kommt sie in Computerwissenschaften auf Rang 14.

Für den Bildungscampus Heilbronn, auf dem neben der TUM auch die ETH Zürich, die Hochschule Heilbronn, die DHBW und zahlreiche Forschungseinrichtungen angesiedelt sind, sind solche Platzierungen mehr als Prestige. Sie sind ein Argument – für Studierende, die einen Studienplatz suchen, für Forschende, die eine Position wählen, und für Unternehmen, die Kooperationen eingehen wollen.

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