Von Redaktion, Fotos: IPAI / Nico Kurth
Beim ersten Tag der offenen Baustelle hat der IPAI CAMPUS mehr als 1.000 Besucher empfangen. Auf dem Areal Steinäcker im Heilbronner Norden ging es per Bus über die Großbaustelle. An mehreren Stationen erklärten die Gastgeber das Konzept des KI-Campus. Der Spatenstich liegt noch keine acht Monate zurück.
Zwölf Kräne, rund dreißig Hektar Fläche und mehr als 1.000 Besucher: Die Baustelle des IPAI CAMPUS hat sich am 13. Juni erstmals der Öffentlichkeit geöffnet. Beim ersten Tag der offenen Baustelle im Heilbronner Norden konnten Bürgerinnen und Bürger das Areal Steinäcker erkunden. Bei gutem Wetter gab es dazu Eis und Maultaschen. Das Interesse war groß.

Tag der offenen Baustelle: mit Bus und Warnweste übers Areal
Zur Baustelle ging es nicht zu Fuß. Vom Startpunkt im Wohlgelegen brachten mehrere Busse die Gäste auf das Gelände. Ausgestattet mit Warnweste und Audioguide ging es dann in kleinen Gruppen zwischen die Baugruben. An mehreren Stationen erklärten Schaubilder das Konzept, von der Mobilität über die Architektur bis zum Campus als Stadtquartier.
Besonders ein Element zog die Aufmerksamkeit auf sich. Ein unterirdisches Logistik-Tunnelsystem soll den Campus autofrei halten und so mehr Platz für Begegnungsflächen schaffen. Dort sollen später die Lastwagen ankommen und entladen.

Im Zeitplan: vom Tiefbau zum Hochbau
Der Spatenstich liegt noch keine acht Monate zurück, und die Arbeiten verlaufen planmäßig. Beim ersten Gebäude ist der Tiefbau weitgehend abgeschlossen, der Hochbau hat begonnen. Die Gebäude entstehen nach und nach von West nach Ost. Zu den ersten Bauten zählen ein Reallabor, Räume für Startups und ein verbindendes Bürogebäude mit mehrstöckigen Gemeinschaftsbereichen.
Der westlichste Bau ist der Mobility Hub. Dort sollen rund 900 Autos und etwa 1.000 Fahrräder Platz finden. Im selben Gebäude liegt der Zugang zur unterirdischen Infrastruktur.
Autofrei und nachhaltig: das Konzept des Campus
Nachhaltigkeit spielt beim IPAI CAMPUS eine zentrale Rolle. Auf den rund dreißig Hektar soll so wenig Fläche wie möglich versiegelt werden. Dafür setzt das Projekt auf das städtebauliche Prinzip der Schwammstadt, das Regenwasser dezentral aufnimmt und speichert. Auch die Energieversorgung ist lokal gedacht, und sogar industrielle Abwärme soll das Quartier nutzen.

Ein weiteres Konzept zielt auf die Menschen. Im Bürogebäude 50 entstehen Pausenräume nach dem Prinzip des geplanten Zufalls, damit sich Beschäftigte verschiedener Firmen begegnen. »Wir wollen aktiv dazu beitragen, dass sich die Menschen begegnen«, sagte Pressesprecher Jan Denia der Heilbronner Stimme. Geplant sind dafür Kreativzonen, etwa für eine Partie Tischtennis.
Begegnung von Beginn an
Den Austausch mit der Öffentlichkeit versteht der Betreiber als Teil des Projekts. »Uns ist es wichtig, die Bevölkerung bei diesem Projekt von Beginn an einzubinden«, sagte IPAI-CEO Moritz Gräter. Der IPAI CAMPUS solle ein Ort des Austauschs werden, nicht nur für Unternehmen, sondern ausdrücklich auch für die Zivilgesellschaft. Nach eigener Darstellung entsteht im Heilbronner Norden das größte KI-Zentrum Europas.
Bei den Besuchern kam das Konzept an. Mehrere zeigten sich beeindruckt von den Dimensionen des Areals, wie die Heilbronner Stimme berichtete. Manche hoffen bereits auf eine Wiederholung. Auch der Betreiber stellte weitere Veranstaltungen für die Öffentlichkeit in Aussicht.