Robert Mayer Lecture in der experimenta: Zwei Vorträge, die an den Kern der KI-Debatte gehen

Von Redaktion, Foto: experimenta

Die Vortragsreihe im Science Dome der experimenta startet mit neuen Themen in die Saison. Im Februar spricht die Münchner Grundschulpädagogin Uta Hauck-Thum über Lernen in Zeiten Künstlicher Intelligenz. Im März fragt der Medienphilosoph Roberto Simanowski, was mit uns passiert, wenn wir das Denken an Maschinen delegieren.

Die Frage klingt einfach: Was sollen Kinder eigentlich noch lernen, wenn eine Maschine die Antworten schneller findet als jede Lehrkraft? Doch hinter dieser Frage verbirgt sich ein ganzes Bündel an Spannungen zwischen technologischem Fortschritt, pädagogischer Verantwortung und gesellschaftlichen Werten. Genau dort setzt die Robert Mayer Lecture in der experimenta an, die mit zwei Vorträgen im Frühjahr die Debatte um Künstliche Intelligenz aus ganz unterschiedlichen Richtungen beleuchtet.

Was Kinder lernen sollen, wenn KI alles weiß

Den Auftakt macht am 24. Februar Professorin Uta Hauck-Thum mit ihrem Vortrag „Was und wie sollen Kinder zukünftig lernen? Herausforderungen im Bildungssystem in Zeiten Künstlicher Intelligenz“. Die Professorin für Grundschulpädagogik und -didaktik an der Ludwig-Maximilians-Universität München beschäftigt sich laut Pressemitteilung der experimenta mit dem Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt, pädagogischer Verantwortung und gesellschaftlichen Werten. Sie plädiere dafür, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen und zu diskutieren, damit Veränderungen im deutschen Bildungssystem nachhaltig und sinnstiftend begleitet werden könnten.

Hauck-Thum ist in Heilbronn keine Unbekannte. Die Wissenschaftlerin begleitet auch das KI-Roboter-Projekt der aim, bei dem Grundschulkinder mit einem Roboter namens „Robo“ an ihrer Sprachentwicklung arbeiten. Dass sie nun auch im Science Dome der experimenta spricht, zeigt, wie eng die Bildungsthemen auf dem Heilbronner Campus miteinander verzahnt sind.

Wenn Sprachmaschinen das Denken übernehmen

Am 24. März folgt ein Perspektivwechsel. Dr. Roberto Simanowski, Medienphilosoph und Buchautor, stellt in seinem Vortrag „Sprachmaschinen – eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz“ Fragen, die über den Unterricht hinausreichen: Was passiert mit uns, wenn wir das Denken an Sprachmaschinen wie ChatGPT auslagern und unser Leben von einem „KI-Diener“ regeln lassen? Laut Pressemitteilung geht Simanowski auch der Frage nach, ob man moralische Fragen von einem Sprachmodell beantworten lassen möchte, das von Unbekannten nach unklaren Werten und Kriterien programmiert wurde.

Die beiden Vorträge ergänzen sich: Während Hauck-Thum die praktische Seite beleuchtet, was im Klassenzimmer funktioniert und was nicht, nimmt Simanowski die philosophische Dimension in den Blick. Zusammen bilden sie einen Bogen, der zeigt, dass die KI-Debatte längst nicht mehr nur eine technische ist.

Neuer Ort, breiteres Programm

Die Robert Mayer Lecture findet ab dieser Saison im Science Dome der experimenta statt. Das ist nicht die einzige Neuerung: Künftig wird die Vortragsreihe einmal im Monat stattfinden, mit Ausnahme des Januars und der Sommerferien. Thematisch öffnet sie sich über die bisherige Begleitung der Sonderausstellungen hinaus und nimmt das Publikum laut experimenta zusätzlich in die Welt der Astronomie und Life Sciences mit.

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19:30 Uhr und dauern inklusive Fragerunde rund 90 Minuten. Im Anschluss gibt es im Foyer die Möglichkeit zum lockeren Austausch. Der Eintritt kostet inklusive Getränk und Häppchen 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Tickets sind im Onlineshop oder an der Kasse der experimenta erhältlich.

Heilbronns größtes Science Center setzt damit ein klares Signal: Die experimenta versteht sich nicht nur als Mitmach-Museum, sondern als Ort, an dem die großen Fragen der Gegenwart verhandelt werden. Und wenige Fragen sind gerade so gegenwärtig wie die nach dem richtigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

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