Spitzensport-Stipendium Heilbronn: Neun Athleten, die Studium und Leistungssport verbinden

Von Redaktion, Fotos: Rudolf Lange/Spitzensport-Stipendium

Annika Müller hätte in Amerika bleiben können. Ein Jahr lang hatte die Mittelstreckenläuferin an einer US-Universität studiert. Dann entschied sie sich für Heilbronn. Für ein duales Studium an der DHBW und für ein Stipendium, das es dort seit einem Jahr gibt: das Spitzensport-Stipendium der Heilbronner Hochschulen.

Müller ist eine von neun Athletinnen und Athleten im zweiten Stipendienjahrgang. Dieser wurde Anfang März bei einem Begrüßungsdinner in der Alten Reederei in Heilbronn aufgenommen. Rund 70 Gäste kamen. Die Urkunden überreichten Tobias Bidon von der TUM-Geschäftsstelle Heilbronn, Ruth Fleuchaus, Prorektorin der Hochschule Heilbronn, und Nicole Graf, Rektorin der DHBW Heilbronn.

Neun Studierende, sieben Sportarten, sieben Studiengänge. Die Förderung läuft über zwei Semester. Sie umfasst einen monatlichen Zuschuss von bis zu 200 Euro. Dazu Tutorien zur Prüfungsvorbereitung, einen Sozialfonds und die Begleitung durch Jan Willner, den Spitzensportbeauftragten der Heilbronner Hochschulen.

Annika Müller studiert im ersten Semester Sportmanagement an der DHBW Heilbronn und ist Spitzensport-Stipendiatin.

Warum eine Läuferin von der US-Uni nach Heilbronn wechselt

Annika Müller, die im Oktober ein Studium in BWL-Dienstleistungsmanagement Sportmanagement an der DHBW Heilbronn begonnen hat, beschreibt in der Pressemitteilung der DHBW, warum ihr das Stipendium wichtig ist: „Nach einem Jahr an einer amerikanischen Universität habe ich mich bewusst für ein duales Studium in Heilbronn entschieden. Schnell war mir klar, dass es eine besondere Herausforderung sein würde, Studium, Beruf und meine Entwicklung als Leistungssportlerin erfolgreich zu vereinen.“ Die finanzielle und organisatorische Förderung bedeute für sie eine enorme Entlastung im Alltag.

Vier Hochschulen, eine Stiftung

Möglich wurde das Stipendium im vergangenen Jahr durch das Engagement der Dieter Schwarz Stiftung. Partnerhochschulen sind die DHBW Heilbronn, die Hochschule Heilbronn, das DHBW Center for Advanced Studies und die Technische Universität München am Campus Heilbronn. Insgesamt haben bislang 28 Sportlerinnen und Sportler von der Förderung profitiert.

Sarah Seidl, Geschäftsführerin des Stipendiums, zieht in der Pressemitteilung ein positives Fazit: „Wir freuen uns, dass uns mit dem Doppeljahrgang ein guter Start in Heilbronn gelungen ist.“ Die nächste Aufnahme ist laut Seidl für das Wintersemester 2026/2027 geplant. Bewerbungen werden ab dem 15. Mai 2026 entgegengenommen.

Fotoshooting unter dem Motto „Spitzenklasse“

Besonderes Highlight des Abends war die erstmalige Ausstellung von Fotografien aus einem gemeinsamen Shooting der Stipendiaten. Unter dem Motto „Spitzenklasse – im Studium und im Spitzensport“ entstanden Bilder, die den Spagat zwischen Hörsaal und Wettkampf sichtbar machen. Unterstützt wurde das Shooting vom Modepark Röther, der die Outfits stellte.

Für einen Hochschulstandort, der sich über Forschung und Digitalisierung definiert, ist ein Spitzensport-Stipendium auf den ersten Blick ungewöhnlich. Auf den zweiten ist es genau das, was junge Leute wie Annika Müller brauchen: eine Struktur, die versteht, dass ein Leben nicht nur aus Vorlesungen besteht.

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