Nationales Forum Frühe Bildung: Karin Prien auf dem Heilbronner Bildungscampus

Von Redaktion, Fotos:  aim

Bundesbildungsministerin Karin Prien hat das Nationale Forum Frühe Bildung in Heilbronn besucht. Auf dem Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung sprach sie über die Qualität in den Kitas. Die Fachveranstaltung organisieren die Wider Sense TraFo und die aim. Ziel sind Heilbronner Handlungsempfehlungen für die frühe Bildung.

Über Bildungschancen entscheidet sich vieles, lange bevor ein Kind eingeschult wird. Diese Überzeugung stand im Mittelpunkt, als Bundesbildungsministerin Karin Prien nach Heilbronn kam. Am 16. Juni sprach sie beim Nationalen Forum Frühe Bildung auf dem Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung. Vor Fachleuten aus Politik, Wissenschaft und Praxis warb sie für eine bessere Qualität in den Kitas.

Eine Schicksalsfrage für das Land

Prien knüpfte an den aktuellen Nationalen Bildungsbericht an. Dieser beschreibt das Bildungssystem in einer Phase tiefgreifender gesellschaftlicher und demografischer Veränderungen. Die Ministerin warnte, die Bildungsschere öffne sich bereits ab der Geburt und bleibe bis zum Ende der Grundschule offen. Frühe Bildung, allgemeine Bildung und Familien müssten deshalb zusammengedacht werden.

Ihre zentrale Botschaft formulierte Prien deutlich. »Die Politik muss verstehen, dass die Qualität in der frühen Bildung eine Schicksalsfrage für unser Land ist«, sagte sie. Sie verband das mit der Hoffnung, dass von Heilbronn aus ein Signal in die Republik gehe. Die nötige Trendwende gelinge nur im gemeinsamen Dialog und im Schulterschluss mit den Ländern.

Qualität zeigt sich im Alltag der Kitas

Im Forum ging es vor allem um eine Frage: Wie lässt sich die Qualität in den Kitas nachhaltig stärken? Im Fokus stand die sogenannte Prozessqualität, also die pädagogische Arbeit im Alltag. Nach Einschätzung von Fachleuten zeigt sich gute Qualität besonders in den täglichen Interaktionen zwischen Fachkräften und Kindern. Ziel ist es, Kinder kognitiv, sprachlich, sozial-emotional und körperlich zu fördern.

Besuch der BM für Bildung und Familie Karin Prien bei der DSS, aim und Experimenta in Heilbronn

Für aim-Geschäftsführer Marco Haaf ist Heilbronn dafür der passende Schauplatz. In der frühen Kindheit entwickelten Kinder Vertrauen in sich, in andere und in die Welt, erläuterte er. Gerade dann brauche es wirksame Allianzen, die die Qualität in der Praxis stärkten. »Der Heilbronner Bildungscampus ist dafür der ideale Ort«, sagte Haaf.

Nationales Forum Frühe Bildung: zum zweiten Mal in Heilbronn

Das Nationale Forum Frühe Bildung ist ein Projekt der Wider Sense TraFo gGmbH. Gemeinsam mit der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken, kurz aim, setzt sie es um. 2026 findet es bereits zum zweiten Mal auf dem Bildungscampus statt. Am Ende sollen Heilbronner Handlungsempfehlungen für die frühe Bildung stehen.

Einen konkreten Hebel benannte Stephan Dorgerloh, Geschäftsführer der Wider Sense TraFo. Das geplante Qualitätsentwicklungsgesetz des Bundes setze an den richtigen Stellen an, vor allem bei der Bildungsgerechtigkeit und bei den Übergängen. Dafür müsse das Silo-Denken enden. Kita und Grundschule sollten stattdessen datengestützt und abgestimmt zusammenarbeiten.

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