Landeslehrpreis: Wenn Karate und Greifvögel zu besseren Führungskräften machen

Von Redaktion, Foto: DHBW CAS

Das Center for Advanced Studies der DHBW Heilbronn hat den Landeslehrpreis 2025 gewonnen. Ausgezeichnet wurde ein Modul, das über 35 Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung anbietet – von Rhetorik bis zu einem ungewöhnlichen Konzept mit Greifvögeln.

Es gibt Seminare, die erklären sich von selbst. Selbstmanagement, Kommunikation, Führung – die üblichen Verdächtigen in jedem Master-Curriculum. Und dann gibt es Seminare wie »Rhetorik und Karate« oder »Leadership mit Greifvögeln«. Genau diese Mischung hat dem Center for Advanced Studies der DHBW Heilbronn den Landeslehrpreis 2025 eingebracht.

Der Preis, der alle zwei Jahre vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vergeben wird, ging dieses Jahr unter anderem an das Modul Fachübergreifende Kompetenzen. Gefeiert wurde im Neuen Schloss in Stuttgart, wo die Band der Trossinger Musikhochschule mit »I am feeling good« auf einen Nachmittag einstimmte, den Wissenschaftsministerin Petra Olschowski als einen »der guten Nachrichten« bezeichnete.

Die Ministerin zeigte sich beeindruckt von »Menschen, deren Motivation ansteckend wirkt«. Besonders stach hervor, dass es bei den Preisträgern viel um direkte Kommunikation und Zusammenarbeit ging, nicht um Künstliche Intelligenz. In einer Zeit, in der Wissen nur einen Klick entfernt im Internet verfügbar sei, erhalte persönlich ausgerichtete Lehre eine besondere Bedeutung. »Es geht auch um die wichtige Frage der Persönlichkeitsentwicklung«, sagte Olschowski.

Annette Ott und Yvonne Weber haben sich vor zehn Jahren auf den Weg gemacht, genau dort anzusetzen. Das Modul ist inzwischen fester Teil des Curriculums in 21 Masterstudiengängen. Mit mehr als 35 Seminaren zu Themen wie Selbstmanagement, Kommunikation und Führung gibt es am CAS ein im Vergleich zu anderen Hochschulen einzigartiges Angebot.

Nicht alle Studierende sind sofort begeistert. Manchmal braucht es etwas Zeit, bis sie den Mehrwert erkennen. Doch dahinter stecke eine große Chance, erklärt Annette Ott: »Das ist wie bei einer funktionierenden Partnerschaft, die Seminare bringen neue Aspekte ein und ergänzen damit die fachlichen Module.« Oft merkten die Fach- und Führungskräfte erst hinterher im Berufsalltag, wieviel sie aus den Seminaren mitgenommen haben.

Eine Auszeichnung wie der Landeslehrpreis hat Signalwirkung. Sie zeigt, dass ein Fokus auf persönliche, auf menschliche Kompetenzen wichtig bleibt im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Mit dem Preisgeld von 50.000 Euro wollen Ott und Weber das Konzept weiterentwickeln und zukünftig auch Coaching für die Studierenden anbieten. »Unsere Zielgruppe verändert sich und wir müssen ebenfalls stets flexibel bleiben«, so Ott.

Was mit Karate und Greifvögeln genau passiert in diesen Seminaren, verrät die Pressemitteilung nicht. Aber vielleicht ist genau das der Punkt: Manchmal muss man sich auf etwas Ungewöhnliches einlassen, um zu verstehen, worum es eigentlich geht.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an!