Von Redaktion, Foto: KI-Schulpreis
In Heilbronn wurden die Gewinner des KI-Schulpreises 2025 ausgezeichnet. Die prämierten Konzepte beweisen: Künstliche Intelligenz kann Lernen individueller, Lehren effektiver und Schulorganisation entlastender machen. 191 Bewerbungen, sieben Gewinner, 100.000 Euro Preisgeld.
Am 16. Januar standen im Bildungscampus Heilbronn sieben Schulen im Rampenlicht, die zeigen, wie Künstliche Intelligenz den Schulalltag verändert. Der bundesweite Wettbewerb, initiiert von Deutschland – Land der Ideen und gefördert von der Deutschen Telekom Stiftung und der Dieter Schwarz Stiftung, zeichnet Schulen aus, die KI bereits strategisch einsetzen. Die Resonanz: 191 Bewerbungen aus ganz Deutschland.
Der Preis gliedert sich in zwei Kategorien: KI-Teilkonzept für spezifische Anwendungen und KI-Gesamtkonzept für umfassende strukturelle Verankerung. Das Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro verteilt sich auf beide Kategorien.
Die Gewinner im KI-Gesamtkonzept
Den ersten Platz und 40.000 Euro sicherte sich das Carl Fuhlrott Gymnasium Wuppertal. Die Schule nutzt eigene didaktische Agents, automatisiertes Feedback und einen Schulbot. Die Umsetzung folgt klaren ethischen Leitlinien und inklusiven Anwendungen.
Platz zwei ging an die Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden Walldorf mit 20.000 Euro. Die Schule verknüpft ihr etabliertes Konzept des selbstgesteuerten Lernens mit KI-gestützter Diagnostik und Förderung. Dabei entsteht eine datensouveräne, pädagogisch kontrollierte Infrastruktur für adaptive Lernprozesse.
Den dritten Platz teilten sich zwei Schulen, die jeweils 10.000 Euro erhielten: Die Neue Grundschule Potsdam unterstützt von Klasse 1 an selbstgesteuertes Lernen, Differenzierung und Inklusion durch KI. Eine schulweite KI-Ordnung und transparente Kommunikation sichern den verantwortungsvollen Einsatz. Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin macht mit »Own your power« KI zum festen Bestandteil des Lernens – von KI-Kompetenztagen über fächerübergreifende Anwendungen bis zum eigenen AI-Lab.
Die Gewinner im KI-Teilkonzept
Bei den Teilkonzepten siegte die Friedensschule Osnabrück mit 15.000 Euro. Das Projekt »demoKI« verbindet KI- und Demokratiebildung. Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Bots und reflektieren ethische Fragen im Schulalltag.
Die Carl-Orff-Grundschule Wiesbach erhielt für den zweiten Platz 10.000 Euro. Der KI-gestützte »Krisenhelfer RLP« unterstützt Lehrkräfte in Ausnahmesituationen mit strukturierten, datenschutzkonformen Handlungsempfehlungen.
Den dritten Platz und 5.000 Euro holte die Ernst-Reuter-Schule Pattensen. Das Fach »Cyberethik« vermittelt ein tiefes Verständnis für Funktionsweise, Chancen und Grenzen von KI. Verantwortungsvolle Nutzung, Datenschutz und kritische Medienbildung sind fest im Curriculum verankert.
Stimmen zur Auszeichnung
Jacob Chammon, Geschäftsführer der Deutschen Telekom Stiftung, betonte die Bedeutung: »Das Thema Künstliche Intelligenz wird unsere Vorstellungen von gutem Lehren, Lernen und Prüfen verändern, zeichnet sich doch ein pädagogischer Kulturwandel in der schulischen Bildung ab.« Die ausgezeichneten Schulen hätten die Jury mit durchdachten und erprobten KI-Konzepten beeindruckt.
Prof. Dr. Bärbel G. Renner, Geschäftsführerin der Dieter Schwarz Stiftung, ergänzte: »Die heutigen Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass Künstliche Intelligenz moderne Schulentwicklung positiv befördern kann und wesentlich dazu beiträgt, Bildung gerechter und zudem individueller zu gestalten.«
Holger Lösch, Geschäftsführer von Deutschland – Land der Ideen, hob hervor: »Die ausgezeichneten Schulen machen deutlich, dass Künstliche Intelligenz im Schulalltag kein Zukunftsthema mehr ist, sondern bereits heute konkrete Mehrwerte schafft: für Schülerinnen und Schüler, für Lehrkräfte und für die Schulorganisation.«
Die prämierten Konzepte zeigen unterschiedliche Ansätze – vom umfassenden Schulbot über adaptive Lernprozesse bis zur Demokratiebildung. Was sie eint: KI wird verantwortungsvoll eingesetzt, pädagogisch sinnvoll integriert und macht Bildung individueller.