Von Redaktion, Foto: KI-Campus
Die Lernplattform des Stifterverbands erfindet sich neu – mit ambitionierten Zielen und einem frischen Look für die digitale Bildung
Die Lernplattform des Stifterverbands erfindet sich neu – mit ambitionierten Zielen und einem frischen Look für die digitale Bildung
Fünf Jahre KI-Campus, das ist auch eine Erfolgsgeschichte der digitalen Bildung in Deutschland. Jetzt hat sich die Lernplattform des Stifterverbands runderneuert – heller, klarer, zugänglicher. „Mit einem modernen Design und einer klaren Zielgruppenansprache möchten wir die User Experience für Lernende, Lehrende und Institutionen spürbar verbessern“, schreiben Lucas Laux, Philipp Amelung, Florian Rampelt und Miriam Plieninger im Blog der Plattform.
Die Zahlen, die sie sich vorgenommen haben, klingen nach Aufbruch: 500.000 Menschen sollen bis 2030 die Lernangebote nutzen. 100 Hochschulen sollen „institutionsweit KI-Kompetenzen gestärkt haben“. Das ist ambitioniert – und genau richtig für eine Zeit, in der KI-Bildung zur Schlüsselkompetenz wird.
Ein Neuanfang mit klarem Kompass
Der Übergang zum Stifterverband Anfang 2025 markiert einen Wendepunkt. Nach Jahren als Forschungsprojekt ist der KI-Campus jetzt auf Dauer angelegt – „langfristig, nachhaltig und gemeinwohlorientiert“, wie es im Blog heißt. Die neue Produktstrategie, entwickelt mit externer Unterstützung und in Workshops mit der Community, gibt die Richtung vor.
Besonders clever: Die differenzierte Ansprache verschiedener Zielgruppen. Neben Einzelpersonen bekommen Hochschulen, Unternehmen und Verwaltungen eigene Zugänge zur Plattform. „So ermöglichen wir ihnen einen auf sie zugeschnittenen Zugang zu den Angeboten des KI-Campus“, erklären die Autoren. Das ist keine Verzettelung, sondern Professionalisierung.
Die technischen Verbesserungen lesen sich wie eine Wunschliste erfüllter Nutzer-Träume: responsives Design für mobile Geräte (endlich auch unterwegs lernen), optimierte Filter- und Menüstrukturen (schneller zum passenden Kurs), barrierefreie Gestaltung (Bildung für alle). Die Moodle-Umgebung wurde auf Version 4.5 aktualisiert, mit flexiblerer Kursstruktur und optimierter Medienintegration.
Die Details machen den Unterschied
Mit der Digitalagentur LOOM und der Designagentur TAU Berlin haben sich die Macher professionelle Unterstützung geholt. Das Ergebnis: Ein Design, das den Wiedererkennungswert behält, aber frischer daherkommt. Die Illustrationen von Robert Samuel Hanson wurden angepasst und erweitert – kleine Details, die zeigen, dass hier mit Sorgfalt gearbeitet wurde.
Besonders durchdacht: Ein KI-Übersetzungstool wurde ins Content Management System integriert, um die Arbeit an englischsprachigen Inhalten zu erleichtern. Die Kurse können jetzt direkt in Moodle bewertet werden, die Ergebnisse werden automatisch ans Portal übertragen. Das sind die kleinen Verbesserungen, die den Alltag der Nutzer spürbar erleichtern.
„Von Beginn an war es uns wichtig, die Community eng einzubinden“, betonen die Autoren. Nutzer, Hochschulpartner aus dem F&E-Projekt KI-Campus 2.0, der Beirat – alle wurden gehört. Systematische User Testings haben die Ideen weiter geschärft.
Ein Baustein im großen Ganzen
Der KI-Campus ist ein wichtiger Baustein in Deutschlands KI-Strategie. Während in Heilbronn mit dem IPAI die Hardware entsteht – Gebäude, Labore, Büros –, liefert der KI-Campus die Software: das Wissen, die Kompetenzen, die Bildung. Kostenlos, digital, für alle zugänglich.
Die Vision einer „KI-kompetenten Gesellschaft mit besonderem Fokus auf den starken Beitrag von Hochschulen“ ist mehr als ein frommer Wunsch. Es ist eine Notwendigkeit in einer Welt, in der KI zur Basistechnologie wird. Der Stifterverband zeigt mit dem Relaunch: Man nimmt diese Aufgabe ernst.
„Wir hoffen, der neue KI-Campus gefällt euch genauso gut wie uns“, schließt der Blog-Beitrag. Nach fünf Jahren Aufbauarbeit und einem durchdachten Relaunch dürften die Chancen gut stehen. Die Plattform ist bereit für die nächsten 500.000 Lernenden.