Jugendgemeinderat Heilbronn: Ein 16-Jähriger will die größte Jugend-Umfrage der Stadt

Von Redaktion, Fotos: Stadt Heilbronn

Julius Muro hat gerade sein erstes Amt angetreten und gleich ein Vorhaben, das größer klingt, als man es von einem Sechzehnjährigen erwarten würde. Er will die größte Jugend-Umfrage machen, die es in Heilbronn je gegeben hat. Sicherheit, Bildung, Freizeitangebote. Auf einer breiten Datenbasis, sagt er, könne das neue Gremium dann gut arbeiten.

Muro, Schüler der Gustav-von-Schmoller-Schule, ist der neue Vorsitzende des Heilbronner Jugendgemeinderats. Oberbürgermeister Harry Mergel hat ihn und 19 weitere Jugendgemeinderätinnen und Jugendgemeinderäte am Donnerstagabend im Großen Ratssaal verpflichtet und in ihre zweijährige Amtszeit eingeführt. Zwölf Mädchen und acht Jungen, alle zwischen 14 und 18 Jahren. Zur Seite stehen Muro die stellvertretenden Vorsitzenden Benjamin Rupp (17, Theodor-Heuss-Gymnasium) und Emily Gruber (17, Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium).

Der Vorstand des neuen Jugendgemeinderates mit dem Vorsitzenden Julius Muro (Mitte) und den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Emily Gruber (links) und Benjamin Rupp. (Foto: Stadt Heilbronn/Friese)

2.254 Stimmen und eine Heilbronn-Tasse zum Abschied

Im Januar hatten 2.254 Jugendliche an Heilbronner Schulen ihre Stimme abgegeben. Von den 20 Gewählten mit den meisten Stimmen kommen neun aus der Kernstadt, sechs aus Böckingen, zwei aus Frankenbach und je eine Vertreterin oder ein Vertreter aus Neckargartach, Sontheim und Kirchhausen.

Bevor die Neuen anfangen konnten, verabschiedete Mergel den bisherigen Jugendgemeinderat nach abgelaufener Amtszeit. Zum Abschied gab es laut Pressemitteilung der Stadt eine Heilbronn-Tasse, Einkaufsgutscheine und eine Bescheinigung über die Arbeit im Gremium. Es sind die kleinen Gesten, die Wertschätzung vermitteln.

OB Mergel: „Ihr seid der Motor für Veränderungen“

Mergel machte in der konstituierenden Sitzung deutlich, dass ein Engagement für die Heimatstadt bereichernd sein könne. „Ihr seid der Motor für Veränderungen, und ich habe volles Vertrauen in eure Fähigkeiten“, sagte er laut Pressemitteilung. Er verwies auf eine spannende Zeit der Stadtentwicklung, auf Technologie, Bildung, den Wandel zur Wissensstadt und das Zusammenleben von über 140 Nationen. „Die Vielfalt unserer Stadt ist unsere Stärke“, so Mergel.

Seit 1998 wird in Heilbronn ein Jugendgemeinderat gewählt. Mitglied werden darf, wer zum Zeitpunkt der Wahl zwischen 14 und 18 Jahre alt ist und den Hauptwohnsitz in Heilbronn hat. Rund 70 Gäste kamen zur feierlichen Sitzung ins Rathaus.

Ob aus Julius Muros Umfrage-Idee tatsächlich die größte Jugend-Befragung der Stadtgeschichte wird, muss sich zeigen. Der Vorsatz allerdings ist bemerkenswert: Ein Sechzehnjähriger, der sein neues Amt damit beginnt, erst mal zuzuhören. Auf einer breiten Datenbasis, wie er sagt. Man kennt Politiker, die dafür deutlich länger gebraucht haben.

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