Hochschulen zeigen Haltung: Die HHN stellt sich gegen Angriffe auf die Wissenschaft

Von Redaktion, Foto: Hochschule zeigt Haltung

Die Hochschule Heilbronn schließt sich einer bundesweiten Kampagne an – in Zeiten, in denen Wissenschaftsfreiheit keine Selbstverständlichkeit mehr ist

Es ist ein Satz, der aufhorchen lässt: „Verbale und teilweise sogar tätliche Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit, Wissenschaftler*innen und Studierende“ nehmen zu, heißt es in der Mitteilung der Hochschule Heilbronn. Die HHN schließt sich deshalb der bundesweiten Kampagne „Hochschulen zeigen Haltung“ an.

Hinter der Initiative steht ein Netzwerk aus Diversitäts-, Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsakteuren der Hochschullandschaft. Die Botschaften, die sie senden wollen, klingen nach Selbstverständlichkeiten: „Wissenschaftsfreiheit schützen“, „Fakten statt Fake“, „Vielfalt verteidigen“. Dass solche Basics verteidigt werden müssen, zeigt, wo wir stehen.

„Wissenschaftsfreiheit, Weltoffenheit und der offene Diskurs gehören fest zur DNA der Hochschule Heilbronn“, wird Rektor Oliver Lenzen in der Mitteilung zitiert. „In Zeiten zunehmender Angriffe auf unsere Werte ist es unsere Verantwortung, Haltung zu zeigen und gemeinsam dafür einzustehen, dass Hochschulen Orte des kritischen Denkens und der offenen Debatte bleiben.“

Die Bedrohungslage

Die HHN-Mitteilung nennt konkrete Probleme: Ein Anstieg politischer Einflussnahme auf das Wissenschaftssystem. Diskriminierung von Minderheiten. „Populistische Verunglimpfung oder Instrumentalisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse, Eingriffe in die Hochschulautonomie sowie ideologisch motivierte Beschränkungen des Diskursraums von Rechts“ träten immer häufiger auf.

Die Kampagne richtet sich laut Mitteilung vorrangig an die Politik. Aber auch die Zivilgesellschaft und „jede*r Angehörige einer Hochschule“ sei aufgerufen, sich für diese Werte stark zu machen. „Denn wissenschaftliche Erkenntnis entsteht durch kritisches Denken, durch das Ringen um die überzeugendsten Argumente und durch einen respektvollen Diskurs“, heißt es in der HHN-Mitteilung.

Der Heilbronner Kontext

Für Heilbronn, das sich mit dem Bildungscampus, dem IPAI und zahlreichen Forschungseinrichtungen als Wissenschaftsstandort positioniert, ist das Signal wichtig. Die Stadt, die internationale Talente anziehen will, die mit der ETH Zürich und der TUM Spitzenunis in die Region holt, kann nur funktionieren, wenn Wissenschaftsfreiheit garantiert ist.

Die HHN mit ihren über 8.000 Studierenden ist Teil dieses Ökosystems. Wenn sie sich jetzt positioniert, geht es nicht nur um abstrakte Werte. Es geht um die Bedingungen, unter denen Forschung und Lehre stattfinden. Um die Frage, ob Wissenschaftler frei arbeiten können. Ob Studierende ohne Angst diskutieren können.

„Hochschulen sind offene soziale Räume, die sich der Achtung der Meinungsfreiheit, der Menschenwürde, der Gleichberechtigung und der Rechtsstaatlichkeit verschrieben haben“, betont die HHN in ihrer Mitteilung. Dass das betont werden muss, ist das eigentliche Alarmsignal.

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