Hochschule Heilbronn: Zehn Jugendliche bauen am TechCampus ihre eigenen Elektrofahrzeuge

Von Redaktion, Fotos: HHN

Von der Batterie bis zum Wettrennen über den Campus: Beim Battery-Camp der Hochschule Heilbronn lernten Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 16 Jahren, wie Elektromobilität funktioniert. Und durften am Ende selbst ans Steuer.

Am Ende wurde gerannt. Nicht zu Fuß, sondern auf vier Rädern, mit selbst zusammengebauten Elektrofahrzeugen über den TechCampus der Hochschule Heilbronn. Dass den zehn Jugendlichen der Spaß dabei ins Gesicht geschrieben stand, wie die Hochschule berichtet, dürfte niemanden überraschen, der schon einmal einen 13-Jährigen hinter ein Lenkrad gesetzt hat.

Impressionen des Battery-Camp an der Hochschule Heilbronn.

Was früher ein Abenteuerspielzeug für Reiche war

Der Ganztagesworkshop begann allerdings mit Theorie. Prof. Andreas Daberkow, an der Hochschule Heilbronn Professor im Studiengang Automotive Systems Engineering, führte in die Geschichte der Mobilität und die Funktionsweise von Batterien ein. »Was früher einmal nur als Abenteuerspielzeug für Reiche gedacht war, ist heute von den Straßen natürlich nicht mehr wegzudenken«, sagte Daberkow laut einem Bericht der Hochschule. Gleichzeitig erhöhten sich die Anforderungen an nachhaltige Zukunftstechnologien im Mobilitätssektor aufgrund verschiedenster geopolitischer Aspekte rasant. Umso wichtiger sei es, junge Menschen für das Thema zu begeistern.

Danach ging es in die Praxis. Unter der Leitung von Professor Daberkow und Barbara Wild vom Verein Faszination Technik lernten die Jugendlichen, wie eine Batterie für Elektroautos funktioniert, zusammengesetzt und eingebaut wird. Der Workshop ist Teil von Voltage, einem EU-geförderten Projekt zur Stärkung des Nachwuchses in der Batterie- und Elektromobilitätsbranche. In Deutschland wird Voltage von der e-mobil BW GmbH umgesetzt, der Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive Baden-Württemberg. Neben der Hochschule Heilbronn und e-mobil BW war der Verein Faszination Technik dritter Partner und Ausrichter des Workshops.

Mädchen für MINT begeistern

Ein besonderes Anliegen des Projekts ist es, Mädchen für MINT-Themen zu begeistern. Denn Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sind noch immer von starken Rollenvorstellungen geprägt, sodass sich häufig eher Jungen davon angesprochen fühlen. Beim Workshop in Heilbronn war das offenbar anders: Mädchen wie Jungen werkelten und experimentierten laut der Hochschule mit gleichem Elan an den E-Fahrzeugen.

Abgerundet wurde das Programm durch einen Vortrag von Doktorandin Katharina Bischof über ihren persönlichen Weg als Frau in der noch immer männlich dominierten Batterieforschung. Ein Einblick, der zeigen soll, dass es in dieser Branche längst Vorbilder gibt, auch wenn sie noch zu selten sichtbar sind.

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