Von Redaktion, Fotos: HHN
Die Hochschule Heilbronn (HHN) hat vom 12. bis 20. Mai 2026 ihre Diversity Days an allen vier Standorten veranstaltet. Im Programm standen Vielfalt, Chancengleichheit und Demokratie. Im Mittelpunkt lagen dabei auch die soziale Herkunft der Studierenden sowie das Thema mentale Gesundheit. Zum Format gehörten Stände, Vorträge und ein studentisches Gewinnspiel.
Wenn an deutschen Hochschulen über Diversity gesprochen wird, geht es häufig um Geschlecht oder kulturelle Herkunft. An der Hochschule Heilbronn fielen während der diesjährigen Diversity Days noch andere Themen prominent ins Gewicht. So spielten soziale Herkunft, mentale Gesundheit und die Frage nach Bildungschancen eine zentrale Rolle. Die Diversity Days fanden vom 12. bis 20. Mai 2026 an allen vier HHN-Standorten statt.

Auftakt in Künzelsau und Schwäbisch Hall
Die Reihe startete am 12. Mai 2026 an den Standorten Künzelsau und Schwäbisch Hall. Dort entstand jeweils ein temporärer »Diversity Campus« mit zahlreichen Ständen. Besucherinnen und Besucher informierten sich dabei über Vielfalt und Toleranz an der HHN. Im Programm gab es zudem ein studentisches Gewinnspiel. Die Preise dafür hatte der Förderkreis der HHN gestiftet.
FirstGEN: Wenn die Bildungschance vom Elternhaus abhängt
Am 18. Mai 2026 folgte eine Onlineveranstaltung mit besonderem Fokus. Sie galt der sogenannten FirstGEN, also Studierenden aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Veranstalterin war das Referat für Gleichstellung und Diversität. Der Vortrag zeigte, dass in Deutschland der Bildungserfolg stark von der sozialen Herkunft abhängt.
Lisa Zimmermann vom Referat sprach dabei über die Lage an der HHN selbst. »Beinahe die Hälfte unserer Studierenden sind Arbeiterkinder«, sagte sie. Diesen Anteil gebe es ebenfalls bei den Beschäftigten und Lehrenden. Damit gehe die Hochschule schon jetzt einen guten Weg, um dem Versprechen »Aufstieg durch Bildung« gerecht zu werden.

Diversity Campus auf Bildungscampus und TechCampus
Am 19. Mai 2026 folgte der nächste »Diversity Campus« auf dem Bildungscampus. Einen Tag später war der TechCampus an der Reihe. Zwischen 11 und 14 Uhr präsentierten dabei Hochschuleinrichtungen und externe Partner ihre Projekte. Mit dabei waren unter anderem die gemeinnützigen Organisationen Arbeiterkind und die Antidiskriminierungsstelle Heilbronn. Beide Initiativen zeigten ihre Angebote zu Bildungschancen und zum Schutz vor Diskriminierung.
Weitere Themen ergänzten das Programm. Dazu gehörten Bildungsgerechtigkeit, studentische Mitbestimmung und mentale Gesundheit. Zahlreiche Studierende und Mitarbeitende der HHN nutzten die Gelegenheit zum Austausch.
Mentale Gesundheit besonders bei Männern
Ein eigener Stand widmete sich der mentalen Gesundheit. Kaan Günsoy, Software-Engineering-Student im 6. Semester, machte dort auf Herausforderungen aufmerksam, die besonders bei Männern häufig vorkommen können. »Mentale Gesundheit zu thematisieren ist sehr wichtig«, sagte er. Bei Männern werde das Thema oft heruntergespielt. Günsoy plädierte deshalb für einen offeneren Umgang.
Eine Studentin über das 1-Korn-Modell
Zu den Besucherinnen gehörte auch Adenike Adebayo aus dem 2. Semester International Business. Sie lobte die Sichtbarmachung gesellschaftlicher Unterschiede. »Der Diversity Day gefällt mir sehr gut«, sagte sie. Besonders eindrücklich fand sie ein Modell, das die ungleiche Verteilung von Bildung und Wohlstand mit Hilfe von Körnern darstellte. Das Bild brachte für sie eine Realität auf den Punkt, die im Alltag oft unsichtbar bleibt.
Vielfalt an allen vier Standorten
Mit den Diversity Days hat die HHN ihren Anspruch unterstrichen, Vielfalt nicht als Sonderveranstaltung zu behandeln. Die Reihe lief an allen vier Standorten. Damit erreichte sie eine breite Studierendenschaft und Mitarbeitende der Hochschule. Mitmach-Aktionen, Informationsstände und kulturelles Begleitprogramm boten dabei neue Blickwinkel auf Vielfalt und Chancengleichheit.