Hochschule Heilbronn: Neues Wasserstofflabor am TechCampus geht an den Start

Von Redaktion, Fotos: HHN

Die Hochschule Heilbronn hat am 1. Juli 2026 das Thomas Gessmann-Wasserstofflabor am TechCampus eröffnet. Dort untersuchen Forschende, wie metallische Werkstoffe dem Wasserstoff standhalten, der als Energieträger der Zukunft gilt. Möglich wurde das Wasserstofflabor der HHN durch die Thomas Gessmann-Stiftung. Von den Ergebnissen sollen Studierende ebenso profitieren wie Unternehmen der Region.

Wasserstoff soll einmal einen guten Teil der Energie von morgen transportieren. Ausgerechnet dieses besonders kleine Molekül aber macht vielen Metallen zu schaffen. Denn es dringt in ihr Gefüge ein und kann sie mit der Zeit spröde werden lassen. Genau an diesem Punkt setzt ein neues Labor der Hochschule Heilbronn an.

Am 1. Juli 2026 hat die HHN das Thomas Gessmann-Wasserstofflabor am TechCampus offiziell eröffnet. Die Grundlage dafür entstand bereits 2025, als die Hochschule das Projekt unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Marc Wettlaufer gemeinsam mit der Thomas Gessmann-Stiftung entwickelte. Zur Einweihung begrüßten HHN-Rektor Professor Oliver Lenzen, Wettlaufer sowie Hilmar Weber, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Industrie.

Was das Wasserstofflabor der HHN erforscht

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Metalle unter Wasserstoffeinfluss verhalten. »Mit dem Thomas Gessmann-Wasserstofflabor entsteht an der HHN ein neuer Forschungs- und Innovationsstandort, der sich der Entwicklung, Erprobung und Optimierung metallischer Werkstoffe für Wasserstoffanwendungen widmet«, erläuterte Wettlaufer bei der Einweihung. Nach seinen Worten sei ein derart ausgestattetes Labor in der Region einzigartig.

Das Labor bündelt Werkstoffwissenschaft, industrielle Anwendung und Lehre an einem Ort. Dabei geht es um Bauteile, die im Alltag mit Wasserstoff in Berührung kommen, etwa Leitungen, Pumpen, Kompressoren, Motoren und Speichersysteme. Ziel sei es, praxisnahe Lösungen zu entwickeln und so die Innovationskraft der Region Heilbronn-Franken zu stärken, wie aus der Mitteilung der Hochschule hervorgeht.

Hohlproben unter Druck

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten Hohlprobentechnik. Mit diesem Prüfverfahren lässt sich analysieren, wie sich ein Werkstoff unter Wasserstoffeinfluss verändert. So liefert es Erkenntnisse zu Phänomenen wie Wasserstoffversprödung und Diffusion sowie zu veränderten mechanischen Kennwerten. Dafür stehen unter anderem Anlagen bereit, die metallische Hohlproben unter Wasserstoffdruck prüfen.

Zugleich versteht sich das Labor als Plattform. Wissenschaft, Industrie und Lehre sollen dort zusammenkommen, denn viele der Gäste kamen aus regionalen Unternehmen, mit denen die Hochschule künftig eng zusammenarbeiten möchte. Bei Führungen und Fachvorträgen bekamen sie einen ersten Einblick in die Arbeit.

Ein Partner mit langem Atem

Hinter dem Vorhaben steht die Thomas Gessmann-Stiftung. »Für die Thomas Gessmann-Stiftung ist es wichtig vorausschauend die richtigen Impulse zu setzen«, sagt deren Vorstandsvorsitzender Hilmar Weber laut Mitteilung der HHN. Die Mittel sollten über die Hochschule letztlich den Studierenden zugutekommen, ergänzt er.

Die Stiftung begleitet die HHN seit Langem. Thomas Gessmann gründete sie 1998, um hochbegabte Studierende in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern zu fördern. Zu ihrem Engagement zählen Deutschlandstipendien und ein Preis für gute wissenschaftliche Arbeiten. Von 2013 bis 2019 förderte sie zudem das Doktorandenkolleg, seit 2021/2022 vergibt sie den HHN Wissenschaftspreis für herausragende anwendungsorientierte Forschung.

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