Heilbronner Wissenschaftspartner treiben digitale Autoproduktion voran: Fraunhofer IAO und TUM als Partner der Automotive Initiative 2025

Von Redaktion, Foto: Automotive Initiative 2025

Die Automotive Initiative 2025 (AI25) geht in die fünfte Runde. Mit dem Fraunhofer IAO und der Technischen Universität München am Standort Heilbronn sind zwei wissenschaftliche Schwergewichte der Wissensstadt Heilbronn maßgeblich an der Gestaltung der digitalen Transformation in der Automobilproduktion beteiligt. Im Fokus stehen dieses Jahr unter anderem Data Spaces und kausale KI.

Die Digitalisierung bestehender Produktionsstrukturen gehört zu den größten Herausforderungen der deutschen Automobilindustrie. Während Startups auf der grünen Wiese beginnen können, müssen etablierte Hersteller den Spagat zwischen laufender Produktion und digitaler Transformation meistern. Genau hier setzt die Automotive Initiative 2025 an – ein Zusammenschluss aus Wissenschaft, Forschung und Industrie.

Im Zentrum dieser Initiative stehen in Heilbronn mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Technischen Universität München (TUM) zwei wissenschaftliche Partner, die ihre Expertise in die Entwicklung zukunftsweisender Lösungen einbringen. Das Besondere: Die digitale Transformation wird nicht nur technologisch betrachtet, sondern umfasst auch organisatorische und weiterbildungsbezogene Aspekte.

„Die Automotive Initiative 2025 bietet die Chance, im Thema ‚Digitale Fabriktransformation‘ Grundlagenforschung und angewandte Forschung zusammenzubringen, um auf dieser Basis praxisorientierte Lösungen zu entwickeln“, beschreibt Dr. Bernd Bienzeisler, Standortleiter des Fraunhofer IAO in Heilbronn, den Ansatz.

In der nun startenden fünften Runde der Initiative rücken zwei neue Handlungsfelder in den Fokus: Data Spaces und kausale KI. Bei ersterem entwickeln die Forschenden einen Ansatz, mit dem Unsicherheiten bei der Entscheidungsfindung zur Datenplattform „Catena-X“ reduziert werden können. Die kausale KI geht über traditionelle Machine-Learning-Systeme hinaus und konzentriert sich auf das Verständnis von Ursache-Wirkungs-Beziehungen – ein wichtiger Schritt für nachvollziehbare Entscheidungsprozesse in der Produktion.

Auch Professor Helmut Krcmar von der Technischen Universität München unterstreicht die Bedeutung des interdisziplinären Ansatzes: „Mit der Automotive Initiative 2025 schaffen wir ein zukunftsweisendes interdisziplinäres Netzwerk zwischen Wissenschaft, Forschung, IT-Unternehmen und Automobilbau. Wissenschaftlich fundiert fördert die Initiative so die digitale Transformation der Automobilproduktion im Gesamtzusammenhang von Technik, Organisation und insbesondere auch der Weiterbildung.“

Ein Schwerpunkt, der seit Jahren im Fokus steht, ist die digitale Versiertheit der Belegschaft. Auf Basis eines Audi-spezifischen Zukunftsbilds zur Steigerung digitaler Fertigkeiten werden 2025 gezielte „Nudging“-Ansätze in Form konkreter Lernimpulse konzipiert und in ausgewählten Produktionsbereichen getestet.

Die Heilbronner Wissenschaftspartner bringen dabei ihre spezifischen Stärken ein: Das Fraunhofer IAO mit seiner Expertise in angewandter Forschung und der Umsetzung praxisnaher Lösungen, die TUM mit ihrem wissenschaftlichen Know-how und methodischer Unterstützung. Diese Kombination macht Heilbronn zu einem wichtigen Standort für die Zukunft der industriellen Produktion in Deutschland.

Die Initiative folgt einem systemischen Innovationsverständnis auf drei Ebenen: Die Makro-Ebene behandelt strategische Fragestellungen und die Entwicklung einer digitalen Transformationskultur, die Meso-Ebene fokussiert auf integrierte Prozessketten, und auf der Mikro-Ebene werden konkrete Anwendungsfälle für die digitale Automobilproduktion entwickelt.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz zeigt die Kooperation von Fraunhofer IAO und TUM in Heilbronn beispielhaft, wie wissenschaftliche Einrichtungen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland beitragen können.

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