Von Redaktion, Foto: Stadt Heilbronn
Die Stadt ist erstmals beim Covenant of Mayors vertreten – von der Leyen betont die zentrale Rolle der Kommunen bei der Klimawende
Andreas Ringle hat einen dieser Termine wahrgenommen, die zeigen, wo Heilbronn hinwill. Der Baubürgermeister war in Brüssel beim EU Covenant of Mayors for Climate & Energy – erstmals ist die Stadt bei diesem Treffen dabei, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Es ist eine der wichtigsten Plattformen für Städte, die beim Klimaschutz vorangehen wollen.
Die Dimensionen sind beeindruckend: Mehr als 13.500 Kommunen aus rund 150 Ländern gehören mittlerweile zum Global Covenant of Mayors. Heilbronn ist seit September 2024 dabei – ein Neuling im Konzert der Klimastädte. Jetzt konnte die Stadt ihre Projekte und Ambitionen erstmals persönlich auf europäischer Ebene einbringen, heißt es in der Mitteilung.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war da und betonte laut Stadt „die zentrale Rolle der Städte bei der Umsetzung der europäischen Klimaziele“. Es ist die große Bühne der Klimapolitik – und Heilbronn hat sich einen Platz im Saal gesichert.
Der Wert des Austauschs
„Als Stadt, die sich intensiv mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit beschäftigt, ist der Austausch mit anderen Kommunen enorm wertvoll“, wird Ringle in der Mitteilung zitiert. „Die Impulse aus Brüssel bestärken uns, unseren Weg konsequent weiterzugehen.“
Was nach Standardformulierung klingt, hat einen konkreten Hintergrund: Heilbronn wurde für 2027 zur European Green Capital nominiert. Die Stadt mit ihrer industriellen Vergangenheit, dem Kohlekraftwerk, der Autobahn mittendurch – sie will zeigen, dass Transformation möglich ist. Der Bildungscampus mit seinen nachhaltigen Gebäuden ist ein Baustein, die Bundesgartenschau 2019 war ein anderer.
Das Treffen in Brüssel brachte laut Stadt „Städte aus aller Welt zusammen, um über Strategien für eine klimaneutrale und widerstandsfähige Zukunft zu beraten“. Heilbronn kann von Barcelona lernen, wie man Superblocks plant. Von Kopenhagen, wie Fahrradstädte funktionieren. Von Paris, wie man Hitzeinseln bekämpft.
Die lokale Ebene entscheidet
Die große Klimapolitik wird in Brüssel, Berlin und auf Weltklimakonferenzen gemacht. Aber umgesetzt wird sie in den Städten. Dort, wo gebaut, geheizt, gependelt wird. Dort, wo Menschen leben und entscheiden, ob sie das Auto nehmen oder das Rad.
Heilbronn bringt seine eigenen Erfahrungen mit: Die Transformation vom Industriestandort zur Wissensstadt. Die Entwicklung des Neckarkanalufers. Die Pläne für klimaneutrale Quartiere. Es sind keine revolutionären Projekte, aber sie zeigen: Auch eine mittelgroße Stadt in Baden-Württemberg kann Teil der Bewegung sein.
Mit der Teilnahme am Covenant of Mayors reiht sich Heilbronn ein in ein Netzwerk, das Wissen teilt, Erfahrungen austauscht, voneinander lernt. Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, den die Stadt eingeschlagen hat – weg vom reinen Wirtschaftsstandort, hin zu einer Stadt, die Bildung, Innovation und Nachhaltigkeit verbindet.
Dass Ringle persönlich nach Brüssel gefahren ist, sendet ein Signal: Heilbronn meint es ernst. Die Stadt will nicht nur dabei sein, sondern mitgestalten. In einem Netzwerk von 13.500 Kommunen ist das ambitioniert. Aber ohne Ambition keine Transformation.