Von Redaktion, Foto: DHBW Heilbronn
Der Jahrgang 2022 der DHBW Heilbronn feierte seinen Abschluss. Zwischen Festakt und Hütewurf wurde deutlich, was drei Jahre duales Studium bedeuten – für die Absolventen und für die Region.
21 Klausuren, 10.438 Skriptseiten, 1.650 Vorlesungsstunden. Felix Kirchgessner hat nachgerechnet. Als er diese Zahlen bei der Graduierungsfeier der DHBW Heilbronn am vergangenen Samstag präsentierte, fügte er laut DHBW-Bericht mit einem Lächeln hinzu: In dieser Zeit hätten die Studierenden auch zu Fuß nach Peking reisen oder drei Fremdsprachen lernen können. Sie entschieden sich für die DHBW Heilbronn.
Knapp 460 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2022 versammelten sich in der Aula auf dem Bildungscampus, um ihren Bachelorabschluss zu feiern. 21 Kurse wurden im Laufe des Tages geehrt – aus den BWL-Studiengängen Food Management, Dienstleistungsmanagement und Handel, aus dem Studiengang Wein – Technologie – Management sowie aus den digitalen Studiengängen Wirtschaftsinformatik und BWL-Digital Commerce Management.
Rektorin Prof. Dr. Nicole Graf begrüßte die Absolventen und ihre Gäste mit einer Feststellung, die über den Anlass hinausweist: „Man kann sagen, Heilbronn ist in den letzten drei Jahren klüger geworden.“ In den vergangenen Jahren habe sich Heilbronn auch in der bundesweiten Wahrnehmung zu einer modernen Wissensstadt entwickelt, so Graf laut DHBW-Bericht. „Davon profitieren Sie als Absolvent*innen.“
Prorektor Prof. Dr. Tomás Bayón würdigte die Leistung der Alumni: „Der Spagat, den sie im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Arbeiten und Projektmanagement bei Dualen Partner bewältigt haben, ist nicht trivial.“ Das duale Studienmodell – Theorie an der Hochschule, Praxis im Unternehmen – verlangt von den Studierenden, ständig zwischen zwei Welten zu wechseln.
Thomas Storck, CFO von Intersport Deutschland und erster Festredner, beschrieb die Graduierung als „ersten Zieleinlauf“, das erworbene Wissen und die Erfahrung als „Startkapital für die Zukunft“. Sein Appell an die Absolventen laut DHBW-Bericht: „Wir brauchen Persönlichkeiten, die Herausforderungen annehmen, die Rückgrat zeigen und auch komplexe Themen in die Unternehmen tragen.“
Roland Hehn, Vorstand Personalgruppe bei Schwarz Corporate Solutions, betonte die Partnerschaft zwischen Hochschule und Dualen Partnern. In nur drei Jahren seien beide Seiten gemeinsam gewachsen, hätten Neues ausprobiert und anspruchsvolle Aufgaben bewältigt. Das Studium sei für die Dualen Partner und die Studierenden kein starrer Prozess, sondern ein kontinuierliches Wachstum, bei dem man voneinander lerne, so Hehn im DHBW-Bericht.
IHK-Präsidentin Kirsten Hirschmann ordnete die Bedeutung der Absolventen für die regionale Wirtschaft ein. Um den Mittelstand für das KI-Zeitalter vorzubereiten, fehlten laut dem Potenzialindex Deutschland bis 2028 ungefähr 800.000 Fachkräfte. Mit den Studiengängen an der DHBW Heilbronn bilde man Fachkräfte für die komplexen Aufgaben der Zukunft aus und eröffne gleichzeitig neue Chancen für die Betriebe der Region, so Hirschmann.
Neben Kirchgessner gestalteten auch Maximilian Beck und Klemens Benedikt den Rückblick auf drei intensive Jahre. Beck reflektierte laut DHBW-Bericht, wie schnell die ereignisreichen Jahre vergangen seien, in denen jede und jeder viele Rollen zwischen Uni, Job und Freizeit meistern musste. Benedikt hob das Engagement seiner Kommilitonen außerhalb des Hörsaals hervor – vom Green Office über den Sportmanagement Cup bis zu den Studierendenpartys.
Im Rahmen der Feier wurden mehrere Sonderpreise verliehen. Der Preis für Wirtschaft und Ethik, überreicht von Patricia Wahl, Tochter des Stiftungsgründers Manfred Wahl, ging an Nina Kurz, Jacqueline Rücker, Josephine Holtmann, Anna-Lena Fahrion und Felix Kirchgessner. Sie hatten sich in ihren Bachelorarbeiten damit auseinandergesetzt, wie Unternehmen ökologisch, fair und zugleich unternehmerisch handeln können.
Der DAAD-Preis ging an Boram Park, Absolventin des Studiengangs BWL-Handel. Sie erhielt auch den Preis als Kursbeste und unterstützt in ihrer Freizeit Mitglieder der koreanischen Gemeinschaft in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main. Jahrgangsbeste aller Studiengänge war Jasmin Nicoloiu, ebenfalls aus dem Studiengang BWL-Handel. Sie wurde mit dem Preis der Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken ausgezeichnet, der mit 1.000 Euro dotiert ist.
Die Band ROMY begleitete die Feierlichkeiten mit Pop- und Soulklassikern. Den Schlusspunkt setzte das gemeinsame Hütewerfen. Rektorin Graf schickte die Alumni mit bewegenden Worten in die Zukunft: „Alle Chancen und Wege stehen Ihnen offen, doch Sie tragen auch eine große Verantwortung, die Herausforderungen unserer Zeit anzunehmen und anzupacken.“