Von Redaktion, Foto: TUM Campus Heilbronn
Familien aus vier Kontinenten kamen nach Heilbronn, um ihre Kinder feiern zu sehen. Der Abend zeigte, wie international der jüngste Standort der Technischen Universität München geworden ist.
Sie kamen aus Asien, Südamerika, Europa und Afrika. Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde – viele zum ersten Mal in Deutschland, manche zum ersten Mal auf einem europäischen Campus. Am 21. November feierten 97 Absolventinnen und Absolventen der TUM School of Management sowie der TUM School of Computation, Information and Technology ihren Abschluss am Heilbronner Standort der Technischen Universität München.
Die Aula auf dem Bildungscampus wurde laut TUM-Bericht zu einem Ort, an dem Sprachen, Geschichten und Lebenswege aufeinandertrafen – und an dem sichtbar wurde, wie selbstverständlich Internationalität an diesem Campus gelebt wird.
Ein junger Standort mit klarem Profil
Professor Ali Sunyaev, Vice President des TUM Campus Heilbronn, eröffnete die Feier mit einer Einordnung: „Heilbronn zeigt, wie ein junger Campus internationale Vielfalt, exzellente Ausbildung und wirtschaftliche Stärke verbinden kann und damit ein Umfeld schafft, das Talente wirklich fördert. Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt spiegelt sich hier wider.“
Er erinnerte laut TUM-Bericht daran, wie selektiv der Weg zum Studienplatz ist. Aus fast viertausend Bewerbungen wurden in diesem Jahr fünfzehn Prozent ausgewählt. „Und Sie gehörten zu ihnen, als Sie damals angefangen haben. Darauf können Sie wirklich stolz sein.“
Dann wandte er sich an die Familien: „Hinter jeder Erfolgsgeschichte steht etwas, das zuvor sehr gut gelaufen ist. Unser Dank gilt den Eltern, Familien und dem unterstützenden Umfeld jedes einzelnen Schülers.“
Auszeichnungen für die Besten
Bei der Vergabe der Best in Class Awards wurden die jeweils besten Absolventinnen und Absolventen des Bachelor in Management and Technology, des Bachelor in Information Engineering und des Master in Management ausgezeichnet.
Jannik Nerpel, frisch gebackener Master in Management, bedankte sich stellvertretend für die Geehrten. Er habe sein Masterstudium in Heilbronn mit gemischten Gefühlen begonnen, so Nerpel laut TUM-Bericht, unsicher, wie er das internationale Umfeld einschätzen sollte. „Ich habe dann aber schnell verstanden, wie bereichernd die kulturelle Vielfalt meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen ist. Es war so viel mehr als nur zu studieren.“
Bildung als wichtigste Investition
Professor Christoph Kaserer, Dekan der TUM School of Management aus München, richtete sich direkt an die Absolventinnen und Absolventen: „In Ihre Ausbildung zu investieren ist die wichtigste Investition in Ihrem Leben. Wichtiger als in Autos oder Häuser. Und glauben Sie mir, als Professor für Finanzwesen weiß ich, wovon ich rede.“
Er ordnete laut TUM-Bericht den Standort Heilbronn in das Gesamtbild der TUM ein und betonte dessen Bedeutung als Talentschmiede, die akademische Tiefe und internationale Perspektiven mit den Besonderheiten der wirtschaftsstarken Region verbindet.
Ein Studiengang, der in der Pandemie startete
Per Videobotschaft meldete sich Professor Hans Joachim Bungartz, Dekan der TUM School of Computation, Information and Technology. Er erinnerte daran, wie herausfordernd die Startphase des Studienprogramms in Heilbronn war: „Das erste Programm startete während der Pandemie – eine schwierige Zeit für die Studierenden und ebenso anspruchsvoll für die Interimsprofessoren Carsten Trinitis, Stefan Krusche und Michael Luttenberger aus München.“
Als er diese Aufbauphase als „Pilgrim fathers‘ times“ bezeichnete, brach laut TUM-Bericht spontaner Applaus aus. Abschließend sagte Bungartz: „Sie alle werden hervorragende Botschafter des TUM Campus Heilbronn sein.“
Ausgezeichnete Forschung
Unter den Absolventinnen und Absolventen waren auch sechs Promovierte. Dr. Christian Breitung, Finanzwissenschaftler, erhielt für seine Dissertation den Preis der „Freunde der TUM e. V.“ Seine Arbeit untersucht laut TUM-Bericht, wie effizient Finanzmärkte textbasierte Informationen verarbeiten und einpreisen – unter Einsatz moderner Methoden der Künstlichen Intelligenz.
Breitung sagte im Gespräch: „Heilbronn bietet eine außergewöhnlich gute Forschungsumgebung – modern, unterstützend und international vernetzt.“ Er strebt eine akademische Laufbahn an und bewirbt sich derzeit auf Positionen als Assistant Professor.
Hüte in der Luft
Am Ende flogen traditionell die Hüte. Der TUM Campus Heilbronn, seit 2018/2019 auf dem Bildungscampus präsent, hat sich in wenigen Jahren zu einem Standort entwickelt, der Studierende aus aller Welt anzieht. 97 von ihnen haben nun ihren Abschluss – und tragen das, was sie hier gelernt haben, in die Welt hinaus.