Von Redaktion, Fotos: KI-generiert, Dieter Schwarz Stiftung
Im Januar 2026 hat der Wissenschaftsrat seine Zukunftsagenda 2040 verabschiedet. Sie beschreibt fünf Leitlinien für die Wissenschaft in Deutschland. Das Ferdinand-Steinbeis-Institut begrüßt das Papier und meldet sich mit einer eigenen Stellungnahme zu Wort. Sein Kernpunkt: Wirkung sollte nicht das Ende, sondern der Anfang von Forschung sein.
Wissenschaft misst sich oft an Auszeichnungen und Publikationen. Der Wissenschaftsrat stellt nun einen weiteren Maßstab gleichberechtigt daneben: die gesellschaftliche Wirkung. Genau hier meldet sich das Ferdinand-Steinbeis-Institut zu Wort. Als transferorientiertes Forschungsinstitut adressiert es Wissenschaft und unmittelbaren Nutzen von jeher gleichberechtigt, so seine eigene Darstellung.

Fünf Dimensionen für die Wissenschaft
Den Rahmen setzt der Wissenschaftsrat mit seinem Grundsatzpapier ›Wissenschaft in Deutschland: Perspektiven bis 2040‹. Es bündelt die Erwartungen an die Wissenschaft in fünf Dimensionen. Diese sollen den Akteuren als Orientierung dienen, damit sie ihr Handeln reflektieren und anpassen können.
Im Einzelnen nennt das Papier:
- Exzellenz: das Streben nach neuer Erkenntnis und die kritische Infragestellung vorhandenen Wissens
- Wirkung: breite gesellschaftliche Wirkung in sozialer, politischer, technologischer und wirtschaftlicher Hinsicht
- Integrität: Wissenschaftsfreiheit und verantwortliches wissenschaftliches Handeln
- Teilhabe: Wissenschaft für und mit der Gesellschaft
- Ressourcenverantwortung: der nachhaltige und effiziente Umgang mit finanziellen, personellen und natürlichen Ressourcen
Wirkung als Ausgangspunkt, nicht als Add-on
An dieser Stelle setzt das Institut an. Es teilt die Diagnose, dass die Wirkungen von Forschung breit sind und sich oft nur schwer messen lassen. Anders als manche Akteure versteht es Wirkung aber nicht als nachgelagertes Add-on. Vielmehr beginnt seine Forschung nach eigener Darstellung bei realweltlichen Problemen. Es sucht Lösungen, die sich wissenschaftlich verallgemeinern und zugleich außerhalb der Wissenschaft nutzen lassen.
Eine Frage steht dabei im Mittelpunkt. »Für wen ist diese Forschung relevant und welche Verbesserung in der Realität ist plausibel zu erwarten?«, heißt es in der Stellungnahme.
Exzellenz, Integrität, Teilhabe: der Blick in den Spiegel
Auch bei der Exzellenz setzt das Institut einen eigenen Akzent. Exzellenz bedeute nicht zuerst äußere Auszeichnung, sondern innere Verpflichtung, so die Stellungnahme. Schneider beschreibt das als selbstkritischen ›Blick in den Spiegel‹.
Eng damit verbunden sieht das Institut die Integrität. Wissenschaftsfreiheit sei Voraussetzung und Verpflichtung zugleich. Forschende dürften nicht allein nach externen Währungen schielen, weil diese zwar Vergleichbarkeit schaffen, das Erkenntnisinteresse aber verengen könnten. Daraus leitet das Institut einen Anspruch auf selbstverantwortete Forschung ab, verbunden mit Transparenz und Rechenschaft.
Teilhabe schließlich versteht das Institut als Dialogfähigkeit, nicht nur als Zugang. Forschung müsse so angelegt sein, dass ihre Erkenntnisse anschlussfähig werden, etwa über Kooperationen, Reallabore und andere Transferformate.
Zukunftsagenda 2040: Rückenwind und Verpflichtung
Für die eigene Arbeit zieht das Institut ein klares Fazit. Es versteht die Zukunftsagenda 2040 zugleich als Rückenwind und als Verpflichtung. Forschung will es weiterhin von realweltlichen Problemen her denken und konsequent in Richtung Transfer und Innovation gestalten.
Exzellenz soll dabei eine Haltung bleiben, getragen von Integrität, Methodenbewusstsein und intellektueller Bescheidenheit. Die Wirkung wiederum will das Institut ausdrücklich nicht zur neuen Währung machen. Sie soll eine Lern- und Orientierungsdimension sein, nicht der nächste Ranking-Maßstab.