experimenta Heilbronn: Fast eine halbe Million Besucher und ein Programm, das wächst

Von Redaktion, Fotos: experimenta Heilbronn

465.868 Menschen haben im vergangenen Jahr Deutschlands größtes Science Center besucht. So viele wie nie zuvor. Für 2026 hat die experimenta ein Programm aufgestellt, das von KI-Ausstellungen über urzeitliche Riesentiere bis zu einem 360-Grad-Kinderfilm reicht. Und das Forum öffnet demnächst kostenlos.

Der neue Besucherrekord bedeutet ein Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders zum Wachstum beigetragen hat der Science Dome, die Kombination aus Kino, Planetarium und Showbühne, den 146.323 Gäste besuchten. Das entspricht einem Anstieg von 10,9 Prozent. Einen Anteil daran hat laut experimenta das 2025 eingeführte Abendprogramm „Dome Vision“, das sich an Musik- und Kulturfans richtet.

Auch die schwimmende Außenstelle MS experimenta legte zu. 23.216 Buchungen verzeichnete das Schiff, ein Plus von 3,9 Prozent. In den Laboren und der Experimentierküche nahmen 44.064 Kita-Kinder sowie Schülerinnen und Schüler an einem der über 70 auf die Lehrpläne abgestimmten Kurse teil.

Neue Geschäftsführung: Dr. Franziska Lang leitet das Science Center seit Juni 2025 gemeinsam mit Nico Wiest.

„Noch mehr als über unseren neuen Besucherrekord freuen wir uns über 13.500 experimenta-Fans, die mit ihrer Jahreskarte immer wieder zu uns kommen“, sagt Geschäftsführer Nico Wiest laut Pressemitteilung der experimenta. Wiest leitet das Science Center seit Juni 2025 gemeinsam mit Franziska Lang.

Von KI bis zu urzeitlichen Riesentieren

Das Programm für 2026 ist dicht. Noch bis September zeigt die Sonderausstellung „KI, was geht?“ grundlegende Funktionsweisen und Anwendungsbeispiele Künstlicher Intelligenz. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit Science Centern aus Bremen, dem estnischen Tartu und Paris entwickelt.

Ab Oktober folgt „Giganten: Riesen der Vergangenheit“, eine Ausstellung des Royal Belgian Institute of Natural Sciences über riesige Tiere, die nach den Dinosauriern die Erde bevölkerten. Sechs lebensgroße 3D-Modelle und fünf nahezu vollständige Skelette zeigen unter anderem einen urzeitlichen Riesenhai und einen gigantischen Menschenaffen.

Am 19. März feiert der 360-Grad-Animationsfilm „Meine Freundin Roxy“ Premiere. Der vom experimenta-Team produzierte Film basiert auf dem gleichnamigen Buch der Autorin Kenza Ait Si Abbou und erzählt die Geschichte eines Mädchens, das auf dem Schulweg einen Roboter findet.

Kostenloses Angebot im Forum und Schiff auf Tour

Ab 28. März öffnet das neugestaltete Forum im Erdgeschoss des Hagenbucher Speichers mit einem kostenfreien Angebot. Vier Exponate, ein Kurzfilmprogramm im Mini Dome und eine Bastelecke sollen Spontanbesuchern einen Einblick in die Welt der experimenta geben.

Die MS experimenta startet am 10. Juni ihre neue Tour in Speyer und steuert 20 Stationen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen an. Unter den Stopps: das Wissenschaftsfestival in Stuttgart und das KI-Festival in Heilbronn.

Inklusion und Nachwuchsförderung

Qualitatives Wachstum sei dem Führungsduo besonders wichtig, heißt es in der Pressemitteilung. „Wir möchten für alle Menschen offen sein und gemeinschaftliche Erlebnisse fördern“, sagt Geschäftsführerin Franziska Lang. Neu ist ein Tastmodell mit Brailleschrift im Eingangsbereich. Taktile Elemente und Audiodateien erleichtern sehbeeinträchtigten Besuchern die Orientierung. Formate wie die „Entdeckertage“ und die „Stille Stunde“ richten sich an Menschen mit Beeinträchtigung.

Auch als Ort für den Nachwuchs bleibt die experimenta aktiv. 32 Projekte aus dem Jugendforschungszentrum sind in diesem Jahr bei Jugend forscht eingereicht worden. Im Maker Space, der offenen Werkstatt des Science Centers, wurden 2025 insgesamt 1.133 Mitgliedschaften gezählt. Und die Maker Faire im Februar zog mehr als 1.000 Besucher aus ganz Deutschland an.

Für eine Stadt, die sich als Wissensstadt positioniert, ist die experimenta so etwas wie der Ort, an dem das anfängt, was anderswo in Hörsälen und Forschungslaboren weitergeht. Dass knapp eine halbe Million Menschen im Jahr dafür nach Heilbronn kommen, ist mehr als eine Statistik. Es ist ein Hinweis darauf, dass Neugier kein Nischenprodukt ist.

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