Von Redaktion, Foto: Stadt Heilbronn
Seit Oktober 2025 steht fest, dass Heilbronn 2027 den Titel Europäische Grüne Hauptstadt tragen wird. Im Vorbereitungsjahr 2026 informierte sich Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter im Rathaus über den Stand der Dinge. Ihr Besuch zeigt, dass der Titel längst auch in Berlin Aufmerksamkeit erzeugt.
Die European Green Capital Heilbronn steckt mitten in den Vorbereitungen. 2026 ist für die Stadt das Jahr, in dem aus dem Titel European Green Capital 2027 konkrete Projekte, Programme und Strukturen werden müssen. Und es ist das Jahr, in dem auch die Bundesebene genauer hinschaut.

Mitte Februar besuchte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, das Heilbronner Rathaus. Im Gespräch mit Oberbürgermeister Harry Mergel, Dr. Julia Hufnagel, Abteilungsleiterin für Strategie und Zukunftsfragen sowie Projektleiterin für das Titeljahr, und Jens Boysen, Leiter des OB-Büros, ging es um den aktuellen Stand, um bereits umgesetzte Maßnahmen und um die nächsten Schritte auf dem Weg ins Titeljahr.
Sieben Kategorien, ein Gesamtkonzept
Der Titel European Green Capital 2027 basiert auf sieben Kategorien: Abfall und Kreislaufwirtschaft, Wasser, Lärm, Luftqualität, Biodiversität, Klimaschutz und Klimaanpassung. Wer Heilbronn allerdings nur durch diese Brille betrachtet, sieht lediglich einen Ausschnitt. Denn die Stadt verbindet laut dem Bericht der Stadt Heilbronn ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Stärke, soziale Themen mit technologischer Entwicklung und Bildung mit Innovationskraft. Es geht um eine ganzheitliche Entwicklung, die über einzelne Umweltmaßnahmen hinausgeht.

Oberbürgermeister Harry Mergel zeigte der Staatssekretärin auf, wie sich Heilbronn in den vergangenen Jahren verändert hat. Aus früheren Industrieflächen sind laut dem Beitrag der Stadt neue Quartiere und großzügige Grünräume entstanden. Der Bildungscampus wächst weiter, mit der TU München, der Hochschule Heilbronn, der DHBW und bald auch der ETH Zürich, die voraussichtlich ab 2026 ihre Lehr- und Forschungstätigkeit aufnimmt. Formate wie das KI-Festival, internationale Konferenzen und der Innovationspark Künstliche Intelligenz IPAI stärken den Standort zusätzlich. Viele dieser Projekte entstehen in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft, während die Stadt die politischen und strukturellen Voraussetzungen dafür schafft.
Besuch mit Vernetzungspotenzial
Schwarzelühr-Sutter unterstützt als Parlamentarische Staatssekretärin Bundesumweltminister Carsten Schneider, begleitet zentrale Vorhaben des Ministeriums und steht im Austausch mit Ländern, Kommunen und europäischen Institutionen. Genau diese Schnittstelle machte ihren Besuch für Heilbronn interessant. Wie die Stadt berichtet, interessierte sich die Staatssekretärin besonders dafür, wie Heilbronn unterschiedliche Bereiche zusammenführt. Sie sprach über europäische Förderprogramme, Kooperationen zwischen Hochschulen und die Frage, wie Innovation und Austausch gestärkt werden können. Ihre Rolle ermögliche es, Kontakte zur EU-Kommission und zu weiteren Institutionen herzustellen und Perspektiven sowie Fördermöglichkeiten auf Bundesebene einzubringen.
Bildung, Beteiligung und ein Titel, der verpflichtet
Dr. Julia Hufnagel und ihr Team koordinieren die Programme rund um European Green Capital 2027, vernetzen die beteiligten Akteure und sorgen laut dem Beitrag der Stadt dafür, dass das Titeljahr in der gesamten Stadt erlebbar wird. Bildungsangebote, internationale Begegnungen und Beteiligungsformate stehen dabei im Fokus. Das Ziel: Menschen einbinden und Entwicklung transparent machen.

Für Heilbronn ist European Green Capital 2027 Bestätigung und Ansporn zugleich. Die Stadt, die sich in den vergangenen Jahren vom Industriestandort zu einem der spannendsten Bildungs- und Innovationsstandorte Süddeutschlands entwickelt hat, zeigt mit dem Titel, dass Nachhaltigkeit und Fortschritt kein Widerspruch sein müssen. Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft arbeiten gemeinsam an einer Stadt, die sich weiterentwickelt und dabei Wohnraum, Grünflächen, Bildung, Digitalisierung und soziale Infrastruktur miteinander verknüpft. Der Besuch aus Berlin dürfte dabei nicht der letzte gewesen sein.