ETH Zürich: Scheidender Vizepräsident wird den Campus Heilbronn mit aufbauen

Von Redaktion, Fotos: ETH

Ulrich Weidmann war über zehn Jahre lang Vizepräsident der ETH Zürich. Ende März 2027 tritt er zurück, Mitte 2028 wird er emeritiert. Doch wer glaubt, der Mann geht in den Ruhestand, irrt. Weidmann wird den Aufbau des ETH Zürich Campus Heilbronn unterstützen. Es ist nicht die schlechteste Nachricht für den Bildungscampus.

In einem Interview mit der Hochschulkommunikation der ETH Zürich hat Weidmann seinen Rücktritt aus der Schulleitung erklärt. Er habe den Zeitpunkt bewusst drei Monate nach dem Rücktritt von ETH-Präsident Joël Mesot gewählt, damit die neue Präsidentin oder der neue Präsident seine Nachfolge ohne Zeitdruck bestimmen könne.

Was für Heilbronn besonders relevant ist: Weidmann wird nach seinem Ausscheiden aus der Schulleitung die Umsetzung des ETH Campus Heilbronn im Stab von Boris Zürcher unterstützen. Zürcher ist der Delegierte der ETH-Schulleitung für den Campus Heilbronn und leitet dort den strategischen Aufbau. Damit gewinnt das Heilbronner Projekt einen Mann, der an der ETH unter anderem die Programme „ETH Netto-Null“ bis 2030 und den Digitalen Zwilling der Campus-Infrastruktur vorangetrieben hat.

Das ETH-Team in Heilbronn wächst und ist im Januar in das HIP-Gebäude, den ersten zentralen Baustein des Bildungscampus West, umgezogen.

Ein Gebäude in Zürich als „Pendant zum Campus Heilbronn“

Im Interview spricht Weidmann auch über das geplante Lehr- und Forschungsgebäude HWS auf dem Campus Hönggerberg in Zürich. Das Gebäude sei das bedeutendste Projekt der ETH in den nächsten Jahrzehnten, sagt er laut Pressemitteilung. Mit dem Einzug des Departements Informatik entstehe dort „ein Pendant zum Campus Heilbronn“. Dass die ETH ein neues Gebäude in Zürich in Bezug zum Standort Heilbronn setzt, zeigt, welche Rolle das Projekt am Neckar mittlerweile in der strategischen Planung der Hochschule spielt.

Zehn Jahre, 15 Prozent mehr Produktivität und eine Kuhmist-Attacke

Weidmann verantwortete als Vizepräsident für Infrastruktur und Nachhaltigkeit einen der größten Bereiche der ETH. In den vergangenen zehn Jahren habe sein Bereich die Produktivität um schätzungsweise 15 Prozent gesteigert, sagt er im Interview. An Krisen mangelte es nicht: Corona-Pandemie, Palästina-Proteste und, wie er es nennt, eine Kuhmist-Attacke im Audimax.

Acht Enkel halten Ulrich Weidemann auch abseits der ETH auf Trab.

In jeder dieser Situationen habe ihn beeindruckt, wie geschlossen die ETH-Mitarbeitenden über Abteilungsgrenzen hinweg gehandelt hätten, sagt Weidmann. „Wenn es an dieser Hochschule darauf ankommt, stehen wir alle zusammen.“

Seinen Rücktritt begründet Weidmann mit dem Wunsch, den Übergang in die Zeit nach der Emeritierung fließend zu gestalten. Neben der Arbeit für den Campus Heilbronn will er ein Lehrbuch zur Angebots- und Produktionsplanung im öffentlichen Verkehr veröffentlichen. Und die Freizeit? Die werde selbst zum Projekt, sagt er. Acht Enkel hat er in Zürich.

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