Entdeckertag in der experimenta: Wenn Sprache keine Barriere mehr sein soll

Von Redaktion, Foto: experimenta

Am 10. Dezember öffnet das Science Center seine Türen für Schulklassen mit Kindern, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wissensvermittlung auch ohne gemeinsame Sprache gelingen kann.

Sprache verbindet – normalerweise. Aber was passiert, wenn genau diese Verbindung fehlt? Wenn Kinder vor einer Experimentierstation stehen und die Anleitung nicht verstehen? Wenn ein Theaterstück beginnt und die Worte fremd klingen? Das Integrationsteam der experimenta in Heilbronn hat sich dieser Frage angenommen und einen Aktionstag entwickelt, der Antworten liefern soll.

Am 10. Dezember 2025 findet der nächste Entdeckertag statt, diesmal mit dem Fokusthema Sprache. Er richtet sich an Schulklassen aller Jahrgangsstufen, in denen vor allem Kinder und Jugendliche sind, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Bis 14 Uhr bleibt das Science Center an diesem Tag für die Öffentlichkeit geschlossen – die angemeldeten Klassen haben das Haus für sich.

Der Entdeckertag ist kein einmaliges Experiment, sondern ein regelmäßiges Format der experimenta. Er gibt Besucherinnen und Besuchern laut experimenta-Mitteilung einen geschützten Rahmen, um in Ruhe und im eigenen Tempo das Haus zu entdecken. Jede Ausgabe hat ein anderes Fokusthema – so waren bereits Kinder und Jugendliche mit einer Hörbeeinträchtigung oder mit kognitiven Einschränkungen eingeladen.

Claudia Marschall vom experimenta-Integrationsteam erklärt den doppelten Nutzen des Formats: „Für die Schülerinnen und Schüler ist der Entdeckertag natürlich erst einmal eine schöne Abwechslung. Für uns ist es ein Tag, an dem wir testen können, wie wir unser Angebot noch besser auf die verschiedenen Bedürfnisse unserer Gäste anpassen können.“

Konkret bedeutet das am 10. Dezember: Im Laborkurs und beim Workshop in der Experimentierküche kommen laut experimenta spezielle Anleitungen zum Einsatz, die mit sehr wenigen Worten auskommen und viele Grafiken beinhalten. Das Prinzip: zeigen statt erklären.

Auch in der aktuellen Sonderausstellung „KI, was geht?“ gibt es Unterstützung. Bunte QR-Codes führen zur App NaviLensGO, in der die Informationen zur Ausstellung in Leichter Sprache hinterlegt sind. Viele Texte werden zudem mittels KI in andere Sprachen übersetzt – die Technologie, um die es in der Ausstellung geht, hilft also gleich beim Verstehen derselben.

Für jüngere Besucherinnen und Besucher steht das Theaterstück „Lumina“ auf dem Programm. Darin begleitet das Publikum ein Fantasiewesen in eine leuchtende Unterwasserwelt. Das Besondere laut experimenta-Mitteilung: Das kindgerechte Stück im Experimentaltheater kommt dank ausdrucksstarker Körpersprache und Mimik ganz ohne Worte aus.

Im Foyer im dritten Obergeschoss findet die Live-Show „experimentaAH!“ statt – mit unterschiedlichen Experimenten zum Mitmachen. Das Publikum erfährt dabei laut experimenta beispielsweise, was mit einem Schokokuss im Vakuum passiert oder wie man am besten Luft einfängt.

Die experimenta, Deutschlands größtes Science Center, ist eines der Gründungsmitglieder des Wissensstadt Heilbronn e.V. und versteht sich als Ort, an dem Naturwissenschaft und Technik für alle zugänglich werden sollen – unabhängig von Alter, Vorwissen oder eben Sprachkenntnissen. Der Entdeckertag ist ein Baustein dieser Strategie.

Der Eintritt ist für teilnehmende Klassen am Aktionstag frei. Eine Anmeldung ist erforderlich und noch bis zum 1. Dezember 2025 per E-Mail an inklusion@experimenta.science möglich.

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