SAFES: Wie die Hochschule Heilbronn den Energieverbrauch von KI messbar macht

Von Redaktion, Foto: Hochschule Heilbronn

Künstliche Intelligenz wird immer leistungsfähiger. Was dabei selten zur Sprache kommt: der enorme Energieverbrauch. Die Hochschule Heilbronn will mit dem Forschungsprojekt SAFES genau das ändern – mit einem eigenen Messlabor und Open-Source-Modellen für nachhaltige KI. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert das Vorhaben.

KI-Systeme verfassen inzwischen Texte, erzeugen Bilder und steuern Produktionsprozesse. Doch jedes Training, jede Berechnung kostet Strom. Und zwar erheblich. Was genau dabei anfällt, lässt sich bislang allerdings nur ungenau beziffern. Denn die integrierten Messinstrumente großer Chiphersteller liefern laut aktuellen Studien häufig ungenaue Werte. Damit fehlt eine verlässliche Grundlage, um den Energieverbrauch von KI überhaupt bewerten zu können. Genau hier setzt das Forschungsprojekt SAFES an: Die Hochschule Heilbronn will den tatsächlichen Energieverbrauch von KI-Systemen erstmals präzise und nachvollziehbar erfassen.

SAFES steht für Sustainable AI For Energy-efficient Systems. Professor Marco Wagner leitet das Projekt. Er hat an der HHN eine Professur für Künstliche Intelligenz in technischen Systemen inne. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert SAFES im Programm CZS Forschungsstart, die Laufzeit erstreckt sich bis August 2027.

Ein Messlabor für den tatsächlichen Energieverbrauch von KI

Den Kern des Projekts bildet ein spezialisiertes Messlabor, das die tatsächliche Leistungsaufnahme von KI-Hardware ermittelt. Dabei beschränkt sich das Team nicht auf einzelne Gerätetypen. Es untersucht Workstations und GPU-Server ebenso wie Edge-Geräte und sogenannte Embedded-Systeme – also Rechner, die direkt in industrielle Anwendungen eingebettet arbeiten. In der Praxis betrifft das etwa Montageroboter, Kommunikationssysteme im Fahrzeug oder Anwendungen des autonomen Fahrens.

Aus den gewonnenen Messdaten entwickelt das Team anschließend realistische Energiemodelle. Diese will die Hochschule als Open Source veröffentlichen, damit auch Unternehmen und andere Forschungseinrichtungen davon profitieren. Das Ziel formuliert das Projekt klar: Wer KI-Systeme entwickelt oder einsetzt, soll künftig nachvollziehen können, wie viel Energie dabei tatsächlich anfällt.

Hochschule Heilbronn liefert Daten für eine nachhaltigere KI

Professor Wagner begründet den Ansatz in einer Mitteilung der Hochschule Heilbronn so: Die Gesellschaft diskutiere intensiv über Chancen und Risiken von KI. Damit diese Technologie verantwortungsvoll zum Einsatz kommen könne, brauche es verlässliche Daten zum Energieverbrauch. Nur auf dieser Basis ließen sich Systeme entwickeln, die leistungsfähig und zugleich ressourcenschonend seien. Mit SAFES schaffe man diese Grundlage, so Wagner weiter.

Das Projekt versteht sich dabei nicht nur als reine Laborforschung. Vielmehr soll es Wissenschaft, Gesellschaft und Industrie zusammenführen, wie es in der Mitteilung heißt. Die Ergebnisse tragen dazu bei, den Energieverbrauch von KI-Systemen transparenter zu machen und nachhaltige Lösungen voranzutreiben.

Für die Hochschule Heilbronn reiht sich SAFES in die wachsende KI-Forschung am Bildungscampus ein. Nach dem Center for Industrial AI, das angewandte KI in der Produktion voranbringt, rückt nun auch die ökologische Dimension in den Fokus. Eine Frage, die mit jedem neuen Sprachmodell und jedem größeren Rechenzentrum drängender wird. SAFES liefert die Messdaten, die man braucht, um sie seriös zu beantworten.


Die Carl-Zeiss-Stiftung gründete Ernst Abbe 1889 in Jena. Sie zählt zu den ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschlandzählt zu den ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. 

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