Von Redaktion, Foto: DHBW Heilbronn
Vier Institutionen vom Bildungscampus bauen ein KI-Kompetenzzentrum für die Region Heilbronn-Franken auf. Der erste Workshop war ausgebucht. Ein Zeichen dafür, dass der Bedarf bei kleinen und mittleren Unternehmen groß ist.
Der erste Eindruck zählt. Das gilt nicht nur im Vertrieb, sondern auch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in einem Unternehmen. Wenn die erste KI-Anwendung funktioniert, lässt sich auch der skeptischste Kollege überzeugen. Wenn sie scheitert, wird es schwer, einen zweiten Anlauf zu nehmen. Genau an diesem Punkt setzte der erste KI-Workshop des AITRAQC-Projekts an, der Anfang Februar an der DHBW Heilbronn stattfand. Er war ausgebucht.
Low hanging fruits: Wo KI schnell Wirkung zeigt
Unter dem Titel „KI im Verkauf und Kundenservice“ ging es laut Mitteilung der DHBW Heilbronn vor allem um die sogenannten „Low hanging fruits“: KI-Lösungen, die Unternehmen schnell und unkompliziert ausprobieren können und mit denen sich sichtbare Erfolge erzielen lassen. ChatGPT gehört dazu. Referentin Tessa Steinigke, Dozentin und Doktorandin mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz in kleinen und mittleren Unternehmen, betonte laut Mitteilung aber auch, dass es wichtig sei, zu experimentieren und dranzubleiben, bis eine KI-Lösung effektiv unterstützen könne.
Steinigke bringt eine Perspektive mit, die im akademischen Umfeld nicht selbstverständlich ist: Sie kommt selbst aus einem mittelständischen Unternehmen und kennt die betrieblichen Strukturen und Herausforderungen aus erster Hand. Für die Teilnehmenden des Workshops bedeutete das laut DHBW: Zeit und Raum, sich inspirieren zu lassen, neue Tools auszuprobieren, Fragen zu stellen und sich zu vernetzen.
Ein Projekt, vier Partner vom Campus
Der Workshop ist Teil des AITRAQC-Projekts, eines Leuchtturmprojekts des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE), das noch bis Ende 2027 läuft. Vier Institutionen vom Heilbronner Bildungscampus arbeiten darin zusammen: die DHBW Heilbronn, die Hochschule Heilbronn, die TU München am Campus Heilbronn und Fraunhofer IAO. Gemeinsam bauen sie ein regionales KI-Kompetenzzentrum für die Klein- und Mittelständler der Region Heilbronn-Franken auf.
Das Besondere an dieser Konstellation: Die vier Partner decken unterschiedliche Kompetenzfelder ab. Die DHBW bringt ihre Nähe zu dualen Partnern aus der Wirtschaft ein, die Hochschule Heilbronn ihre angewandte Forschung, die TUM ihre internationale Reichweite und Fraunhofer IAO die Erfahrung in der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Zusammen bilden sie genau die Mischung, die es braucht, um KI aus dem Seminarraum in die Praxis zu bringen.
KI als Querschnittsthema an der DHBW
Eröffnet wurde der Workshop durch DHBW-Rektorin Professorin Nicole Graf. Laut Mitteilung der DHBW sei Künstliche Intelligenz an der Hochschule mittlerweile ein Querschnittsthema in allen Fächern, allen Branchen und mit verschiedensten Einsatzmöglichkeiten. Die DHBW Heilbronn, 2010 gegründet und jüngster Standort der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, bietet mit ihren über 1.500 Studierenden und 700 dualen Partnern einen direkten Draht in die regionale Wirtschaft.
Dass der erste AITRAQC-Workshop ausgebucht war, zeigt, wie groß der Bedarf bei kleinen und mittleren Unternehmen in der Region ist. Die Frage, wie sich KI konkret im Arbeitsalltag einsetzen lässt, ist längst keine theoretische mehr. Auf dem Heilbronner Bildungscampus gibt es inzwischen mehrere Anlaufstellen, die genau dabei helfen. AITRAQC ist eine davon.