Von Redaktion, Foto: aim
Die Akademie für Innovative Bildung und „Journalismus macht Schule“ bringen die bekannte Moderatorin ans Mönchsee- und Justinus-Kerner-Gymnasium – ein offenes Gespräch mit Schülern über Medienalltag, KI und Karrierewege
Manche kennen sie aus „Wissen macht Ah!“, andere aus der „Sendung mit der Maus“ – Clarissa Corrêa da Silva gehört zu den Gesichtern, die Generationen von Kindern durchs Fernsehen begleitet haben. Jetzt sitzt sie vor Schülern des Mönchsee- und des Justinus-Kerner-Gymnasiums in Heilbronn und erzählt aus ihrem Leben: „In eurem Alter war ich schon ziemlich sicher, dass ich Journalistin werden will“, verrät sie laut aim-Mitteilung den Jugendlichen. Wichtig sei es, neugierig zu bleiben und eigene Geschichten erzählen zu wollen.
Die aim – Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken – hat gemeinsam mit der Initiative „Journalismus macht Schule“ die TV-Moderatorin in die Klassenzimmer geholt. Die Fragen der Jugendlichen pendeln zwischen Prominentenkontakten und Social-Media-Gewohnheiten auf der einen, ernsthaften Themen auf der anderen Seite: Gleichberechtigung, Diskriminierung, die Rolle von Künstlicher Intelligenz.
Bei der Geschlechtergerechtigkeit wird Corrêa da Silva deutlich: „Gleichberechtigt sind wir Frauen nicht“, erklärt sie mit Blick auf Führungspositionen und Gehaltsunterschiede. Die Lösung sieht sie in „Transparenz und Solidarität“, etwa wenn Moderatorinnen und Moderatoren gemeinsam für gleiche Bezahlung eintreten.
Die Maschine und das Gespräch
Die Frage nach KI im Journalismus liegt in der Luft – schließlich diskutiert die Branche gerade heftig über automatisierte Texte und KI-generierte Moderationen. „Ob KI die Aufgaben eines Redakteurs oder Moderators eines Tages ganz übernehmen wird? Ich hoffe nicht. Und ich glaube es auch nicht“, wird Corrêa da Silva in der Mitteilung zitiert. Ihre Begründung: „Gerade persönliche Gespräche und emotionale Reportagen könne eine Maschine nicht ersetzen.“
Das ist mehr als Technik-Skepsis. Es ist ein Statement darüber, was Journalismus ausmacht: Menschen treffen, Geschichten erzählen, Emotionen transportieren. In einer Stadt, die mit dem IPAI gerade zum KI-Zentrum wird, in der über algorithmengesteuerte Zukunft diskutiert wird, erinnert Corrêa da Silva an das, was nicht programmierbar ist.
Die aim schreibt in ihrer Mitteilung, der Austausch habe den Schülern „nicht nur spannende Einblicke in ein Berufsfeld“ geboten, „das vielen zunächst fern erscheint“. Er habe auch deutlich gemacht, „wie wichtig Vielfalt, Resilienz und kritisches Denken im Journalismus sind.“
Der Mut zur eigenen Stimme
Was bleibt von so einem Schulbesuch? Vielleicht die Erkenntnis, dass auch Menschen aus dem Fernsehen mit denselben Problemen kämpfen wie alle anderen. Dass Gleichberechtigung kein Selbstläufer ist. Dass man seine Stimme erheben muss, wenn man gehört werden will.
Heilbronn bildet an seinen Schulen die nächste Generation aus – junge Menschen, die in einer Welt aufwachsen, in der KI selbstverständlich ist, in der Medien sich radikal wandeln, in der alte Gewissheiten nicht mehr gelten. Wenn Corrêa da Silva ihnen von ihrem frühen Berufswunsch erzählt und betont, wie wichtig Neugier und der Wille zum Geschichtenerzählen sind, dann ist das mehr als ein Karrieretipp. Es ist eine Ermutigung, sich nicht von Algorithmen und Automatisierung entmutigen zu lassen.
Die Initiative „Journalismus macht Schule“ will genau das: jungen Menschen zeigen, wie Medien funktionieren, was Journalisten antreibt, warum eine freie Presse wichtig ist. Mit der aim als regionalem Partner erreicht sie Heilbronner Gymnasiasten direkt im Klassenzimmer. In Zeiten von Fake News und Social-Media-Blasen ist das keine Nebensache. Es ist Demokratiebildung.