aim Heilbronn: Sprachsiegel wechselt von der Stadt in die Akademie

Von Redaktion, Fotos: Dieter Schwarz STiftung

Am 6. Mai 2026 übergab die Stadt Heilbronn das Zertifizierungsprogramm »Sprachsensible Schule« an die Akademie für Innovative Bildung und Management (aim). Vier Schulen erhalten das Siegel im Oktober, drei berufsbildende Schulen sind erstmals dabei. Seit 2022/2023 haben zwölf Heilbronner Schulen die einjährige Zertifizierung absolviert.

Sprachbildung gehört zu den Themen, an denen sich entscheidet, wie eine Region mit Migration, mit Bildungsgerechtigkeit und mit den ganz nüchternen Anforderungen des Schulalltags umgeht. In Heilbronn hat das eine institutionelle Form bekommen. Seit 2022/2023 vergibt die Stadt das Siegel »Sprachsensible Schule«. Schulen, die sich ein Jahr lang fortbilden, einen Maßnahmenplan entwickeln und ihre Praxis umstellen, erhalten danach die Auszeichnung. Zwölf Heilbronner Schulen haben das bislang durchlaufen. Grundschulen, Realschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien. Am 6. Mai 2026 übergab die Stadt das Programm in neue Hände.

Wechsel in die aim

Künftig liegt das Sprachsiegel bei der Akademie für Innovative Bildung und Management. Die aim, eine von der Dieter Schwarz Stiftung getragene Bildungseinrichtung, will das Programm weiterentwickeln und ausbauen. aim-Geschäftsführer Marco Haaf formuliert das Ziel so: »Unser Ziel ist es, alle Schulen in Heilbronn für das Sprachsiegel zu gewinnen und die Sprachförderung in der Region systematisch zu stärken.« Bürgermeisterin Agnes Christner ordnet die Übergabe ein: »Mit der aim übergeben wir das Sprachsiegel bewusst in erfahrene und kompetente Hände.« Sie verweist darauf, dass die langjährige Zusammenarbeit zeige, dass die nötige Expertise und die richtigen Strukturen vorhanden seien, um das Programm qualitativ weiterzuentwickeln.

Wie das Programm funktioniert

Der Ablauf ist auf ein Jahr ausgelegt. Lehrkräfte besuchen Fachtage, nehmen an Reflexionstreffen teil, entwickeln einen Maßnahmenplan für ihre Schule und werden bei der praktischen Umsetzung begleitet. Am Ende steht die Verleihung des Siegels. Fünf Jahre nach der ersten Auszeichnung folgt eine Rezertifizierung bei der aim. Das passiert für die ersten vier Schulen erstmals im Herbst 2027. Damit ist das Siegel kein einmaliges Etikett, sondern an einen wiederkehrenden Nachweis gebunden. Eine Konstruktion, die sicherstellen soll, dass Sprachförderung nicht beim ersten Aktenordner stehenbleibt, sondern in der Schulentwicklung verankert wird. Aktuell durchlaufen vier Schulen das Programm. Sie erhalten das Sprachsiegel im Oktober 2026. In der nächsten Runde melden sich erstmals drei berufsbildende Schulen aus Heilbronn an, eine bislang nicht abgedeckte Schulart.

Eine Initiative des Bildungsbüros

Das Sprachsiegel geht zurück auf eine Initiative des Bildungsbüros der Stadt Heilbronn. Aufgebaut wurde es in Kooperation mit den Seminaren für Gymnasium und Grundschule in Heilbronn sowie dem Seminar für Sekundarstufe I in Ludwigsburg, dazu die geschäftsführende Schulleiterin Melanie Haußmann. Diese Konstellation hat das Programm in der Heilbronner Bildungslandschaft verankert. Mit der Übergabe an die aim wird daraus jetzt ein Format, das von einer dauerhaften Institution getragen wird, die ohnehin im Bereich Lehrkräftefortbildung tätig ist.

Anschluss an die Stiftungslandschaft

Für die aim selbst ist die Übernahme des Sprachsiegels eine inhaltliche Erweiterung in einem Feld, in dem die Akademie schon lange aktiv ist. Sprachförderung gehört seit Jahren zu den Schwerpunkten der Einrichtung am Bildungscampus, neben Lehrkräftefortbildungen und Programmen zur frühkindlichen Bildung. Mit dem Sprachsiegel kommt jetzt ein eigener Zertifizierungsanteil hinzu, mit dem die aim Schulen über mehrere Jahre begleitet. Die Akademie ergänzt damit das Angebot der Wissensstadt Heilbronn um ein Format, das nicht im Hochschulbereich liegt, sondern direkt im Schulalltag der Region wirkt. Für eine Stadt, in der mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund hat, ist das ein Baustein mit Reichweite.

Die offizielle Übergabe des Programms fand am 6. Mai 2026 statt.

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