aim Heilbronn: 20 Jahre Sprachförderung mit messbarer Wirkung

Von Redaktion, Fotos: aim, Jacqueline Eustachi

Die aim Heilbronn feierte am 24. Juni 2026 auf dem Bildungscampus 20 Jahre Sprachförderung. Rund 240 Förder-Lehrkräfte sind im laufenden Schuljahr an 157 Schulen in der Stadt Heilbronn und sieben umliegenden Landkreisen im Einsatz. Die wissenschaftliche Begleitung durch das Mannheimer Zentrum für Empirische Mehrsprachigkeitsforschung zeigt: Früh beginnende, kontinuierliche und alltagsnahe Sprachförderung der aim wirkt. Die Dieter Schwarz Stiftung finanziert das Programm.

Im Jahr 2006 begann die Sprachförderung der aim an drei Heilbronner Grundschulen mit 16 Förderkräften. Zwei Jahrzehnte später sind es rund 240 Förder-Lehrkräfte an 157 Schulen in der Stadt Heilbronn und sieben umliegenden Landkreisen. So ist aus einem überschaubaren Kooperationsprojekt ein Programm geworden, das einen festen Platz in der Bildungslandschaft der Region einnimmt.

Dieses Jubiläum feierte die aim laut Dieter Schwarz Stiftung am 24. Juni 2026 auf dem Heilbronner Bildungscampus. Rund 270 Gäste kamen dafür zusammen, darunter Förder-Lehrkräfte sowie Wegbegleiter aus Bildungspraxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.

Von drei Schulen zu einem regionsweiten Programm

Begonnen hatte alles im Mai 2006 als Kooperationsprojekt zwischen der aim und der Heilbronner Bürgerstiftung. Den Anfang machten die Dammgrundschule, die Rosenauschule und die Silcherschule. Dort sollten Kinder ihre Sprachkompetenzen ohne Notendruck und im eigenen Tempo verbessern.

Mit der Unterstützung der Dieter Schwarz Stiftung wuchs das Angebot deutlich. Bis Juli 2011 kamen acht weitere Schulen hinzu, danach weitete die aim das Programm auf den Landkreis Heilbronn aus. Zudem durchliefen neue Förderkräfte ab 2011 einen Qualifizierungslehrgang, bevor sie in den Schulen arbeiteten.

So entwickelte sich die Förderung über die Jahre zu einem festen Bestandteil vieler Grundschulen. Heute reicht sie von der Stadt Heilbronn bis in sieben umliegende Landkreise.

Wie wirksam die Sprachförderung der aim ist

Zum Programm gehört von Beginn an eine wissenschaftliche Begleitung. Das Mannheimer Zentrum für Empirische Mehrsprachigkeitsforschung (Mazem) untersucht die beiden aim-Programme »Sprache fürs Leben« und »Kinder sprachlich begleiten«. Laut Dieter Schwarz Stiftung verbessern beide Wortschatz, Grammatik und Ausdruckssicherheit deutlich.

Warum Sprache so zentral ist, beschreibt Dr. Teresa Patzek vom Mazem im aim-Magazin evido. »Sprache ist im Grunde die Basis für alles Lernen«, sagte sie dort. Wer dem Unterricht sprachlich nicht folgen könne, so Patzek weiter, verarbeite Inhalte schlechter und beteilige sich seltener aktiv.

Besonders wirksam ist die Förderung dann, wenn sie früh beginnt, kontinuierlich erfolgt und im Alltag stattfindet. Eine stabile Bezugsperson spiele dabei eine wichtige Rolle, heißt es von der Stiftung.

Früher Beginn, aber nur mit Kontinuität

Den Wert eines frühen Starts belegt die Mazem-Forschung deutlich. Laut aim profitieren Kinder besonders, wenn die Förderung schon im letzten Kita-Jahr beginnt. Beim Eintritt in die zweite Klasse erreichen sie dann einen Vorsprung von bis zu einem Jahr. Damit liegen sie vor Kindern, die erst in der Grundschule starten.

Dieser Vorsprung bleibt jedoch nicht von allein bestehen. Im evido-Interview verweist Patzek darauf, dass sich die Gruppen später wieder annähern, sobald die frühe Förderung ende. Entscheidend sei deshalb die Kontinuität, denn ohne durchgängige Begleitung bleibe der Vorsprung nicht stabil.

Genau hier setzt die aim an. Geschäftsführer Marco Haaf sagt laut Dieter Schwarz Stiftung: »Wir bringen die Sprachförderung im Sinne der Kinder voran, indem wir Sprache am Übergang weiter stärken: von der Kita in die Grundschule und in die weiterführende Schule. In diesen sensiblen Entwicklungsphasen profitieren Kinder besonders von unseren Förder-Lehrkräften.«

Was die Forschung überrascht hat

Eine Erkenntnis aus der Evaluation hebt Antonia Feigenbaum vom Mazem hervor. »Besonders überrascht hat uns vor allem, dass die Lehrkräfte die Kinder treffsicher für die Förderung auswählen«, sagte sie dem aim-Magazin evido. Die Lehrkräfte träfen diese Entscheidung ohne standardisierte Tests, allein auf Basis ihrer pädagogischen Erfahrung. Trotzdem zeigten die Daten, dass ihre Einschätzungen sehr genau seien.

Für die Dieter Schwarz Stiftung, die das Programm finanziert, ist Sprachförderung eine Frage der Chancengerechtigkeit. Prof. Dr. Bärbel G. Renner, Geschäftsführerin der Stiftung, sagt: »Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt. Indem wir durch die Sprachförderung der aim neue Horizonte öffnen, schaffen wir das Fundament für gelingende Bildungsbiografien und gelebte Chancengerechtigkeit.«

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