16.000 Kilometer für den Klimaschutz: Wie die Hochschule Heilbronn in die Pedale tritt

Von Redaktion, Foto: Ideogram / Robert Mucha

Beim Stadtradeln landet die HHN auf Platz 2 – und zeigt, dass Nachhaltigkeit mehr ist als nur ein Wort im Leitbild

Manchmal sind es die kleinen Zahlen, die große Geschichten erzählen. 57 Menschen, 21 Tage, 16.000 Kilometer. Das ist die Bilanz des Teams der Hochschule Heilbronn beim diesjährigen Stadtradeln. Platz 2 in der Kategorie „Fahrradaktivstes Team mit mindestens 5 aktiven Teilnehmenden“ – hinter diesem sperrigen Titel verbirgt sich ein bemerkenswertes Engagement für Klimaschutz und Teamgeist.

Vom 19. Juni bis zum 9. Juli schwangen sich die Mitarbeitenden der HHN auf ihre Räder. Insgesamt sammelten die 113 Teams in Heilbronn laut den Veranstaltern rund 400.000 Radkilometer. Die Hochschule steuerte davon über 16.000 bei – genug, um theoretisch fast bis zur Hälfte des Erdumfangs zu radeln.

„Die Teilnahme am Stadtradeln unterstützt nicht nur den Klimaschutz und das Bewusstsein dafür, sondern auch den Teamgeist“, sagt Monika Zellner, die als Initiatorin der Stadtradeln-Gruppe der Hochschule fungiert, laut Mitteilung der HHN. „Es begeistert mich jedes Jahr aufs Neue, wie motiviert alle in die Pedale treten. Der 2. Platz ist eine schöne Würdigung für dieses Engagement und wir freuen uns sehr darüber.“

Die Auszeichnung erfolgte am 19. September im Rahmen des Heilbronner Nachhaltigkeits- und Mobilitätstags. Bürgermeister Ringle überreichte die Urkunde auf der Neckarbühne – ein öffentliches Zeichen der Anerkennung für das Engagement der Hochschule.

Für die HHN ist das Stadtradeln mehr als nur ein netter Wettbewerb. Die Hochschule mit ihren mehr als 9.000 Angehörigen hat Nachhaltigkeit und Klimaschutz fest im Leitbild verankert, wie die Pressemitteilung betont. Das Landesziel der netto-treibhausgasneutralen Hochschule ab 2030 unterstützt sie aktiv – ein kürzlich erstelltes integriertes Klimaschutzkonzept unterstreicht diesen Anspruch.

Die Mobilität der Mitarbeitenden spielt dabei eine wesentliche Rolle. Wer täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt, spart nicht nur CO2, sondern lebt auch gesünder und kommt entspannter an. Das Stadtradeln macht dieses alltägliche Engagement sichtbar – und zeigt gleichzeitig, wo es noch hakt. Denn der bundesweite Wettbewerb will nicht nur den klimaschonenden Radverkehr fördern, sondern auch auf die Bedürfnisse von Radfahrenden und mögliche Hemmnisse aufmerksam machen.

Am Bildungscampus, wo neben der HHN auch die DHBW, die Programmierschule 42 Heilbronn und das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO ansässig sind, wird nachhaltige Mobilität zur gemeinsamen Aufgabe. Mit der experimenta nebenan und den Campus Founders in unmittelbarer Nähe entsteht hier ein Ökosystem, in dem täglich tausende Menschen arbeiten, forschen und lernen. Die Lösung kann nicht nur in mehr Parkplätzen liegen – das zeigt das Stadtradeln eindrucksvoll.

Heilbronn hat dabei einen entscheidenden Vorteil: Die Stadt der kurzen Wege ist fast eine natürliche 15-Minuten-Stadt. Ob vom Bildungscampus zum IPAI im Zukunftspark Wohlgelegen oder zum TechCampus der HHN in Sontheim – das Fahrrad ist oft die schlauere Wahl als das Auto. Gerade jetzt, wo die Stadt von Verkehrsbaustellen geprägt ist, zeigt sich: Wer radelt, kommt oft schneller ans Ziel. Die Institute auf dem Bildungscampus selbst liegen zwar nur fußläufig auseinander, aber für die Verbindungen zwischen den verschiedenen Standorten der Wissensstadt ist das Rad ideal.

Die 16.000 Kilometer des HHN-Teams sind dabei mehr als eine beeindruckende Zahl. Sie sind ein Statement: Eine moderne Hochschule denkt Nachhaltigkeit nicht nur in Forschung und Lehre, sondern lebt sie auch im Alltag vor. Wenn 57 Menschen drei Wochen lang konsequent aufs Rad steigen, ist das ein kleiner Beitrag zum großen Ziel – aber genau aus solchen kleinen Beiträgen setzt sich der Wandel zusammen.

Vielleicht inspiriert das Engagement der HHN ja weitere Institutionen der Wissensstadt. Beim nächsten Stadtradeln könnten die Teams vom Bildungscampus und den anderen Standorten ihre Kräfte bündeln. Das wäre dann nicht nur gut fürs Klima, sondern auch ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt der Wissensstadt – über alle Institutsgrenzen hinweg.

Für 2026 hat sich die HHN-Gruppe sicher schon ein neues Ziel gesetzt. Vielleicht reicht es dann ja für Platz 1. Aber eigentlich ist das gar nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass immer mehr Menschen merken: Der Weg zur klimaneutralen Hochschule führt auch über den Radweg. Und in Heilbronn sind diese Wege kurz genug, um sie täglich zu fahren.

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